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Bei Kunz precision AG wird gemessen – und zwar in höchster Präzision

Zum Messen gern

Kunz Precision

 | Bild: zVg

Präzision steht bei einem Zofinger Unternehmer an vorderster Stelle: Ernst Kunz sorgt mit seinem Team weltweit dafür, dass Maschinen immer genauer arbeiten.

17.10.2017 09:36, adi, 0 Kommentare

Eigentlich sagt der Name schon alles: Bei Kunz precision AG wird gemessen – und zwar in höchster Präzision. In der heutigen Zeit, in der nicht nur alles schneller, sondern auch genauer sein muss, braucht es entsprechende Messprodukte und Prüfmittel, die diesbezüglich mithalten können. Darin ist die 18-köpfige Firma im Zofinger Riedtal Weltklasse. Und dies mit einem ungeheuren Antrieb: «Wir beginnen dort, wo andere aufhören», sagt Ernst Kunz, 61-jährig, Gründer, Inhaber und Geschäftsleiter der Firma. Mit seinem Team das Unmögliche möglich machen will er für seine Kunden. Hierzu entwickelt und produziert Kunz precision Messsysteme inklusive Software. Daneben steht die Firma als Messdienstleister zur Verfügung und führt Kalibrierungen, Servicearbeiten und Optimierungen aus. Bei Bedarf direkt vor Ort beim Kunden. Die Bereiche Produkte und Messdienst befruchten sich dabei gegenseitig. Werden beim Messdienst spezielle Vorrichtungen oder Halterungen benötigt, steht die Produkteabteilung nur wenige Meter nebenan zur Verfügung. Stolz ist die Firma vor allem auf ihre vakuumluftgelagerten Messschlitten. Eine Spezialität aus dem Hause Kunz, vor 20 Jahren entwickelt. «Wir realisierten eigentlich erst später, wie gut dieses Produkt wirklich ist», erinnert sich Kunz zurück. Inzwischen wird es weltweit nachgefragt. Vorwiegend in Messlabors von staatlichen Messinstituten bis nach China und Japan, wo Schweizer Produkte grundsätzlich höchste Perfektion garantieren. Und dennoch muss auch der Preis stimmen. Hier hilft die schlanke Struktur von Kunz precision.

So schnurgerade wie die Prüfmittel der Firma Kunz precision war auch die Karriere des Firmengründers. Nach einer Lehre als Maschinenmechaniker in der Müller Martini AG in Zofingen und einem Auslandaufenthalt gründete er bereits mit 23 Jahren seine eigene Firma. «Als Bauernsohn war ich es gewohnt, selbständig zu arbeiten und Entscheidungen zu fällen», begründet er seinen damaligen Einstieg ins Unternehmertum. Sein Angebot: Geometrische Revisionen von Werkzeugmaschinen. Bereits als Lehrling revidierte er Dreh- und Fräsmaschinen. Auf sein erstes Inserat in einer Fachzeitschrift meldete sich dann prompt ein erster Kunde. Die kleine gemietete Werkstatt an der Luzernerstrasse verliess er dann – zusammen mit seinem ersten Angestellten – schon bald in Richtung Mühlethalstrasse, ehe er 1988 am heutigen Standort im Riedtal einen Neubau realisieren konnte. Da war es gerade ein Jahr her, seitdem Kunz precision als erste Kalibrierstelle für Maschinenabnahmen in der Schweiz akkreditiert wurde. Ein Meilenstein für die junge Firma, die inzwischen zwei Angestellte auf der Lohnliste hatte, und von nun an ein umfangreiches Dienstleistungsangebot für zertifizierte Messungen anbieten konnte.

Nach und nach begann die Firma eigene Produkte zu entwickeln. Mit bestehenden Messsystemen war dem Genauigkeitsanspruch von Kunz nicht mehr nachzukommen. Umsatz und Anzahl Mitarbeiter wuchsen kontinuierlich – und tun es auch heute noch. Dabei ist die Rekrutierung von Fachpersonal alles andere als einfach. Gezielte Ausschreibungen auf Online-Plattformen sollen helfen. Erfolgsversprechend ist aber vor allem Mund-zu-Mund-Werbung. Doch der Markt ist ausgetrocknet. Das gleiche gilt bei den Lehrlingen. Alle zwei Jahre bietet Kunz eine Lehrstelle für Polymechaniker an. Dabei ist er überzeugt: «Zufriedene Mitarbeiter und ein Team, das engagiert an der Arbeit ist und hinter den Produkten steht, ist einer unserer Erfolgsfaktoren». Dies half der Firma auch durch die Euro-Krise. Daneben gilt es jeden Tag zu kämpfen und die Firma agil zu halten. «Es wird einem heute nichts mehr geschenkt», so Kunz.

 

Dennoch: Ein Geschenk macht sich der Firmengründer im Oktober 2018 selber. Er schenkt sich mehr Zeit für seine Hobbies. Dann wird er vermehrt in die Berge ziehen. Kletter- und Skitouren faszinieren ihn so sehr wie die Messtechnik. Das Unternehmen bleibt zwar in Familienbesitz, die Führung aber übergibt er in die Hände zweier erfahrener Kadermitglieder. Und dies mit einem guten Gewissen. «Ich habe sehr viel gearbeitet in meinem Leben, sodass ich diesem Datum gelassen und überaus positiv entgegenschaue». Auch diese Ablösung plant er mit höchster Präzision und überlasst nichts dem Zufall. Kunz precision wird es hier anstellen wie bei seinen Kunden: eine gute Lösung finden, die ganz genau passt.

Kunz Precision

 | Bild: zVg

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