AgendaKarte
Inhalt
Region
Portale
AgendaKarte

Besuch aus dem Süden

Wüstensöhne zu Besuch bei Freunden

Grünanlagen und Bäume aber auch die vielen Brunnen begeistern die Wüstensöhne.  | Bild: Heidi Bono

Die Strengelbacher Familie Nardon pflegt seit vielen Jahren eine Freundschaft zu einem Clan im Oman. Diesen Sommer besuchten vier Beduinen Strengelbach und Zofingen.

07.08.2019 16:05, dev, 0 Kommentare

Bereits seit vielen Jahren pflegt die Familie Nardon aus Strengelbach einen engen und überaus freundschaftlichen Kontakt zu einem ganzen Clan in der Wüste Omans. Dominique Nardon, Mutter zweier Töchter, reiste zum ersten Mal 1996 ins Land. Damals besuchte sie als Fotografin einer Pressereise den Oman. Kaum in der Schweiz zurück, nahm sie Arabischunterricht und organisierte anschliessend für ein Reisebüro Frauenreisen. Seither bereist sie regelmässig mit der ganzen Familie das Land am Persischen Golf.

Der Clan-Chef Said Sultan Al Bedri führte Dominique Nardon mit einer Frauengruppe 1998 erstmals in die Wüste und zu seiner Familie. Seither verbindet die Schweizer Familie mit den Bedus eine tiefe Freundschaft. Auch die Familie Al Bedri besuchte bereits mehrmals die Familie Nardon. Mit modernsten Kommunikationsmitteln tauschen sich die Freunde regelmässig aus. In diesem Sommer gastierten drei Brüder und ein Schulfreund in Strengelbach.

In der Zwischenzeit hat Clan-Chef Said Sultan Al Bedri drei Frauen und fünfzehn Kinder. Mehrere Kinder der jungen Generation sind ebenfalls bereits verheiratet und haben Nachwuchs. Lebten die Beduinen zu Beginn der Bekanntschaft noch in Palmstrohhütten, wurden unterdessen gemauerte Häuser erstellt. Ausserdem ziehen sie nicht mehr mit den Tieren durch die Wüste (siehe «Sultanat Oman»). Nicht zuletzt, weil das Wasser knapp ist, muss heute das Futter für die Tiere herbeigeführt werden.

Die drei Brüder Bader, Rashid und Hilal Al Bedri und Freund Bader Al Wahibi.  | Bild: Heidi Bono

Eindrückliche Kontraste und ein offener Geist

Immer wieder war berührend zu sehen, wie sich die jungen Männer während ihres Aufenthaltes über das satte Grün, die vielen Bäume und vor allem den Regen freuten. «Seit drei Jahren haben wir keinen Tropfen Regen gesehen im Oman», sagte Bader Al Bedri. Beeindruckt habe sie auch die Sorgfalt und der Umgang mit der Natur. Gegessen hat die Familie Nardon während der Zeit mit den Beduinen meist auf speziellen Tüchern oder Teppichen auf dem Boden. Die Beduinen versuchten alles, was man ihnen servierte, mochten aber nicht alles gleich. Die Pizza in Zofingen genossen die Beduinen jedoch sichtlich. Die vier jungen Männer versuchten sich auch auf dem Fahrrad, was ihnen grossen Spass bereitete. Auch die Partys mit vielen jungen und älteren Freunden der Schweizer Familie bereitete ihnen Freude und die Verständigung auf Englisch klappt bestens. Neben Dominique Nardon haben auch ihre beiden Töchter Lea und Chiara schon gute Kenntnisse der arabischen Sprache. Nach dem Besuch der verschiedenen Brunnen in Zofingen meinten die vier Männer: «Die Geschichte von Niklaus-Thut werden wir unseren Kindern erzählen».

Sultanat Oman

Als Sultan Qaboos 1970 die Macht übernahm, galt der Oman als eines der rückständigsten Länder der Welt. Dank gezielter Investitionen der Einnahmen aus dem Erdölgeschäft konnte sich das Land innerhalb weniger Jahre zu einem vorbildlichen und modernen Staat entwickeln. 1970 gab es in ganz Oman nur eine Teerstrasse, weniger als zehn Kilometer lang. Heute umfasst das Verkehrsnetz über 31 000 Kilometer Asphaltstrassen. Ausserdem befindet sich eines der modernsten Telefonnetze der Welt im Oman. Auch das Postwesen ist heute sehr zuverlässig. Gab es früher eine einzige Krankenstation in der Hauptstatt Mascat, findet sich heute ein flächendeckendes Gesundheitssystem und zahlreiche Krankenhäuser, Polikliniken und Privatkliniken. Die medizinische Betreuung erreicht 90 Prozent der Bevölkerung. Aus den ursprünglich drei Knabenschulen sind inzwischen über 1500 Einrichtungen geworden, an denen Jungen und Mädchen unterrichtet werden. Eine anfängliche Konzentration des Fortschrittes auf den Raum Mascat verschonte den Rest des Landes vor den negativen Folgen eines Entwicklungssprungs. Auch im Landesinnern sind die Fortschritte überall spürbar. Heute fährt man im Oman im Geländewagen und reitet nicht nur auf Kamelen. Trotzdem konnten sie ihre kulturelle Eigenart bewahren. Tradition und Moderne haben im Land zusammengefunden.

Die gängigen Sprachen sind Arabisch, Urdu und Swahili. Englisch ist weitgehend Standard und es herrscht Religionsfreiheit. Religion ist Privatsache und der Oman ist der einzige Golfstaat mit christlichen Kirchen verschiedenster Couleur und Hindutempeln. Der Oman ist ein blockfreier Staat, kein OPEC-Mitglied (Organisation erdölexportierender Länder) und agiert als Vermittler zwischen den arabischen und westlichen Staaten.

Altstadt | Reportage | Strengelbach | Zofingen

Kommentar schreiben

Dein Eintrag wird überprüft und so schnell wie möglich online gestellt.


Zu diesem Artikel gibt es bisher keine Kommentare


ZT-Talk mit Dr. Philippe Rafeiner & Hans-Ruedi Hottiger Wie ist die Lage im Spital Zofingen und im Stadtrrat? Im ZT-Talk spricht ZT-Chefredaktor Philippe Pfister mit Infektiologe Dr. Philippe Rafeiner und dem Zofinger Stadtammann Hans-Ruedi Hottiger über die Lage im Spital Zofingen, die geplante Verschlankung des Stadtrates, Krisenmanagement und Homeoffice. ZT-Talk mit Zofinger Pfarrer Lukas Stuck Wo finden die Menschen jetzt Halt? Im ZT-Talk spricht ZT-Chefredaktor Philippe Pfister mit dem Zofinger Pfarrer Lukas Stuck über Krisenmanagement und Seelsorge in Zeiten von Angst und Unsicherheit. ZT-Talk mit Roger Meier & Patrick Strössler Wie viel Schulalltag ist noch möglich? Im ZT-Talk spricht ZT-Chefredaktor Philippe Pfister mit den Zofinger Rektoren Patrick Strössler (Kantonsschule) und Roger Meier (Berufsschule) über die Lehren aus der Corona-Krise – für die Schule und fürs Leben. Fachstelle Chance Z! und der Werkhof Gemeinsam unterwegs für eine saubere Altstadt Jede Person, welche Sozialhilfe empfängt und wieder in den Arbeitsprozess integriert wird, entlastet die Sozialhilfeausgaben. Mit dem Projekt «Altstadtreinigung und Littering» werden Personen aus dem Klientenpool der Chance Z! wieder in den Arbeitsmarkt integriert und sorgen für Sauberkeit in der Zofinger Altstadt. Lesung Lesung mit Simone Lappert in der Alten Fabrik Zofingen (abgesagt) Simone Lappert ist am Freitag, 20. März 2020 um 20 Uhr in Zofingen zu Gast. Im besonderen Ambiente der Alten Fabrik liest sie aus ihrem aktuellen Roman. EDIT: Die Lesung wurde leider wegen der aktuellen Corona-Situation abgesagt. ZT-Talk mit Hannes Britschgi Coronavirus: Wie viel Panik ist notwendig? Im ZT-Talk spricht ZT-Chefredaktor Philippe Pfister mit dem Journalisten Hannes Britschgi über seriöse Informationen und reisserische Spekulationen in der Corona-Krise. Velobörse Freizeitzentrum Obristhof Oftringen Velobörse im Obristhof (verschoben auf den 29. August 2020) In so manchem Keller steht noch ein Velo herum, das zwar funktionstüchtig ist, aber nicht mehr gebraucht wird. Auf der andern Seite sucht vielleicht jemand ein Fahrrad und wünscht sich eine gut erhaltene Occasion. Für all jene Leute ist die traditionelle Velobörse am 28. März 2020 im Obristhof genau das Richtige. EDIT: Der Obristhof Oftringen musste die Velobörse wegen der aktuellen Corona-Situation auf den 29. August 2020 verschieben. Florian Zeller: «Vater» - Verlosung Der Alltag als Labyrinth – Musik & Theater thematisiert Alzheimer Mit «Vater» zeigt Musik & Theater Zofingen zum Saisonschluss am 12. März 2020 ein aufwühlendes Stück über einen an Alzheimer erkrankten Mann. Der Autor Florian Zeller geht auf originelle Weise mit dem heiklen Thema um, indem er das Publikum erleben lässt, wie es sich anfühlt, wenn man verloren geht. Was nach einem durchwegs traurigen Theaterabend klingt, hat aber auch eine komödiantische Dynamik. Zeugenaufruf Zeugenaufruf: Illegale Entsorgung im Stiftswald Spaziergänger haben am vergangenen Sonntag im Naturreservat Stiftswald in der Nähe der Bottensteinerstrasse in Zofingen einen Haufen Laminat entdeckt, welcher illegal entsorgt wurde. Wer diese illegale Entsorgungsaktion beobachtet hat und Hinweise zur Täterschaft machen kann, wird gebeten, dies sofort der Regionalpolizei Zofingen zu melden (062 745 12 00, regionalpolizei@zofingen.ch). ZT-Talk mit Philippe Rafeiner und Peter Gehler Legt das Corona-Virus die ganze Region lahm? Im ZT-Talk spricht ZT-Chefredaktor Philippe Pfister mit Siegfried-Kommunikationschef Peter Gehler und dem Infektiologen Philippe Rafeiner vom Spital Zofingen über die die Auswirkungen das Corona-Virus.
Neue Artikel werden geladen
zurück