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Fähnlifrässer

Wenn der Sensemann anrollt

Der Feierabend ist da, die Sonne scheint, die Vögel pfeifen, der Liegestuhl steht bereit und das Bier ist kalt. Es könnte so schön sein. Isses aber nicht!

01.06.2018 17:19, schwe, 1 Kommentare

Was gibt es Schöneres, als im Sommer am Feierabend nach Hause zu kommen, die Kleider in eine Ecke zu feuern, im Vorbeigehen ein Blondes aus dem Kühlschrank zu angeln um endlich das Handtuch und dann sich selber auf den Liegestuhl zu schmeissen? Dann ein grosser, frischer Schluck und abschalten. Entspannen. In eine paradiesische Parallelwelt abhauen. Das ist in groben Zügen das, was ich unter «Wellness» verstehe.  
Der Zustand höchster Glückseligkeit dauert selten länger als eine halbe Stunde. Dann kommt er: der Sensemann. Auf einem feuerroten Honda-Mäher sitzt er und mein Gefluche hört er nicht, denn er trägt in weiser Voraussicht einen Pamir. Nun ist finito Wellness! Zwei Stunden wird er nun gemächlich seine Runden drehen und den Rasen unter und um unseren Block in einen akkurat getrimmten Golfplatz verwandeln. Jede Woche! Auch wenn sich unter dem Rasen die Tiefgarage befindet, was wiederum bedeutet, dass der Rasen auf einer nur ca. 50 Zentimeter dicken Erdschicht wächst. Und darum schnell verbrennt und braun wird, wenn es heiss ist und man ihn zu oft schneidet. Und deshalb im Hochsommer künstlich bewässert werden muss. Was verdammter Schwachsinn ist!

Leider kommt der Sensemann selten allein, sondern zieht eine ganze Schar apokalyptischer Reiter nach, die alsbald mit benzinbetriebenen Trimmern und Rasenmähern in die höllische Kakophonie einstimmen um klarzustellen, dass sie ebenso fleissige Bünzlis sind wie der Sensemann.

Ziemlich genau so stelle ich mir die Hölle vor. Jetzt fehlt nur noch Fegefeuer und Rauch. Aber darüber brauche ich mir keine Gedanken zu machen: bestimmt drei der neun Grills, die auf den Balkonen unter mir nur darauf warten, Kadaver-Reste kremieren zu dürfen, werden pünktlich zum Abzug des Sensemanns angefeuert. Vor dieser Art Rauchopfer kapituliere ich endgültig.

Niemals hätte ich so etwas für möglich gehalten: Mittlerweile freue ich mich bereits wieder auf die vielleicht kalten, dafür ruhigen Februarabende auf der Terrasse. Und ich überlege mir gerade, ob ich einen grossen Sack Blumensamen kaufen und mit diesen Anfang Frühling den Golfrasen sabotieren soll. Prost!

Fähnlifrässer

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Kommentare (1)

ahelfer | am 04.06.2018 um 09:48 Uhr
lieber fähnlifresser
interessant dich zu lesen! hier mein gratis-tipp zum 'problem': spiele lotto. gewinne – und kaufe all deinen rasentrimmenden nachbarn einen rasen-roboter. voilà, lärmproblem gelöst! mit ein bisschen glück bleibt vom ursprünglichen gewinn noch etwas übrig, um ein zwei bier zu kaufen ... :-)


Fähnlifresser Leben ohne Identität Die Geschichte geht so: Als ich realisierte, dass meine ID abgelaufen war, waren meine Frau und ich mit dem Auto auf dem Weg nach Frankreich und kurz vor dem Zoll in Basel. Fähnlifrässer Ohrenbetäubende Stille Fähnlifrässer Porter - immobil Ich bin heute 45 Jahre, zwei Monate und 17 Tage alt. Davon bin ich drei Jahre, 10 Monate und drei Tage Auto gefahren. Das muss reichen! Fähnlifrässer Nur das Verbieten ist noch nicht verboten Fähnlifrässer S.M.A.: Sorry Martin Ain! Stellen Sie sich vor, bei den Swiss Music Awards würde es tatsächlich um Musik gehen. Fähnlifrässer hat den wahren «Plan B» für die SRG KUNG FUcking good! Das wär mein «Plan B» für die SRG, egal, ob es ein Ja oder ein Nein gibt bei der NoBillag-Abstimmung: Stinkbillige Serien aus den 70igern einkaufen. Besonders eine davon ist nämlich schlauer als «Literaturclub», «Sternstunde Philosophie» und «Kulturplatz» zusammen: Kung Fu. Gratis-Verkaufsschulung in Strengelbach Prince of Denn-Air Gehören Sie zum erlauchten Kreis jener, die in der Bäckerei sogar im Samstagmorgen-Stress mit Namen oder gar mit Handschlag begrüsst werden? Fähnlifrässer Erst die Taxirechnung macht die Sauferei richtig teuer Taxifahren in der Schweiz ist etwas für Privilegierte. Und für Betrunkene. Zur ersten Kategorie gehöre ich definitiv nicht. Fähnlifrässer Jesses, hier fehlen ja Verkehrshindernisse! Wie merkt man, dass man auf einer Strasse 50 fahren darf? Richtig! Am Schild, auf dem die Zahl 50 steht. Woran erkennt man, dass man sich in einer 30er-Zone befindet? Daran, dass man vor lauter Hindernissen die Strasse nicht mehr sieht. Fähnlifrässer Fröhliches Selbsterschiessungskommando Nach guten Nachrichten muss man bisweilen richtiggehend suchen. Ich habe eine gefunden: 127 Selfie-Tote wurden zwischen März 2014 und Ende 2016 registriert. Da kommt Hoffnung auf!
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