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Tomaten gesucht - Wasser gefunden!

Tom & Cherry

 | Bild: schwe

Der Autor zog aus, um die ultimative Tomate zu finden und kam mit einer Tasche voller wunderschöner, roter Wasserkugeln zurück. Einige schmeckten tatsächlich leicht nach Tomate.

26.05.2011 11:27, schwe, 0 Kommentare

Ich muss gestehen, ich bin frustriert, was den Geschmack der Tomaten anbelangt. Mir scheint, dass ich seit meiner Kindheit kaum mehr eine gute Tomate gegessen habe. Darum will ich es nun endgültig wissen und jede verfluchte Tomate testen, die man in Zofingens Gross- und Mittelgrossverteilern kaufen kann.

 

Grosse Auswahl – grosse Preisunterschiede

Ich kaufe bei Migros und Coop je drei konventionelle und drei, bzw. vier Sorten Cherrytomaten. Bei Pick&Pay ist das Angebot mit zwei konventionellen und einer Cherry-Sorte überschaubar. Erstaunlicherweise hat auch Porta Natura schon Tomaten im Angebot: Bio-Tomaten und Cherrytomaten aus ökologischem Anbau, beide aus Spanien. Die günstigsten Tomaten, die ich nach Hause trage, sind grosse Rispentomaten aus der Schweiz, bei Coop für 2 Franken 50 in Aktion gekauft. Die teuersten sind die Migros Sélection Cherrytomaten für 17 Franken 50 pro Kilo. Weil ich dem Grossteil der Tomaten bereits ansehe, dass sie in der Auslage und nicht an der Staude reifen durften, lege ich sie vor dem Test noch für zwei Tage auf die Fensterbank. Das bekommt allen Sorten offensichtlich gut: rot und glänzend warten sie darauf, meinen Gaumen zu entzücken.

 

Grosse, rote Wasserkugeln

Ich beurteile die Tomaten nach Aussehen, Konsistenz und Geschmack, wobei der Geschmack doppelt zählt. Wie gesagt liegt das Problem der modernen Tomate nicht in ihrem Aussehen, denn dieses ist beinahe überall tadellos. Punkto Konsistenz kann man feststellen, dass die Tomaten mit wenigen Ausnahmen zu hart, weil zu wenig reif sind.

Bei den normalen, runden Tomaten fällt das Urteil ganz düster aus: Einzig die Bio-Tomaten aus Spanien (Porta Natura, 8.50/Kg) und die halb so teuren Fleischtomaten aus Spanien (Mirgos/4.20/Kg) schmecken wenigstens ansatzweise nach Tomate. Wirklich gute Tomaten schmecken definitiv fruchtiger, süsser und viel mehr nach Sonne. Den absoluten geschmacklichen Tiefpunkt stellen die San Marzano-Tomaten aus Spanien dar (Migros/4.20/Kg). Hart, unreif, holzig und erst noch als einzige farblich ganz fad. Ebenfalls eine grosse Enttäuschung: die Bio Rispentomaten aus der Migros (5.30/Kg). Sie sind auch nach zwei Tagen Zusatz-Sonne noch komplett unreif und weit davon entfernt, nach Tomate zu schmecken. Geldverschwendung!

 

Kleine Tomaten – saftige Preise

Bei den Kleinen zu grossen Preisen sieht es geschmacklich etwas rosiger aus, von wirklichen Überfliegern kann aber leider ebenfalls nicht berichtet werden. Am meisten überzeugt hat mich die in einem spanische Cherrytomate Perla (Coop, 14.40/Kg). Zum ersten und leider einzigen Mal während des Tests habe ich für Sekundenbruchteile diese fruchtige Süsse im Mund, derentwegen ich die Tomate so lieben würde. Die knackigen, spanischen Bio Cherrytomaten von Porta Natura (13.20/Kg) und die italienischen Ramati Cherrytomaten am Zweig (Pick&Pay, 11.35/Kg) liegen gerade noch so drin, wenigstens sind sie reif. Beinahe ungeniessbar sind hingegen die Cherrytomaten aus Marokko (Migros/7.60/Kg). Finger weg, auch wenn sie billig sind! Wer glaubt, die Migros Sélection Cherrytomaten aus der Schweiz (17.50/Kg) oder die Bio-Cherrytomaten aus Italien (Coop, 11.00/Kg) würden sich aus der Masse abheben, wird leider ebenfalls enttäuscht. Eine ganz ärgerliche Sache, dieser Tomatentest!

 

Ich für meinen Teil habe es endgültig begriffen: Im Mai kauft man keine Tomaten, basta! Da die Tomaten unreif geerntet werden, ist es allerdings höchst fraglich, ob die Tomaten im Juli besser schmecken werden. Wenn Sie auf Nummer sicher gehen wollen, kaufen Sie zwei, drei Tomatenstauden, stellen sie an einen gut besonnten Ort und wässern sie regelmässig. Die Natur wird Sie für ihre Geduld reich belohnen, das verspreche ich Ihnen!

 | Bild: schwe

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