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Der Zürcher Beat Schlatter tritt Ende März mit «Die Bank-Räuber» in Sursee auf

«Es ist unheimlich lässig, ein Stück oft zu spielen»

Beat Schlatter als Bank-CEO Caspar Lamm und Andreas Matti als Erfinder Eberhard (rechts) sorgen für viele Lacher beim Publikum.  | Bild: vasistas.ch

Schauspieler, Komödiant und Drehbuchautor Beat Schlatter äussert sich im Interview über Sursee und seinen bevorstehenden Auftritt im Stadttheater. Worauf sich die Surseer bei «Die Bank-Räuber» freuen dürfen, verrät er unten im Video.

05.02.2020 10:28, agu/sursee, 0 Kommentare

Die Frage mit dem grössten «Blamier-Potenzial» gleich am Anfang: Was wissen Sie über Sursee?

Beat Schlatter: Eigentlich relativ viel. Die Comedy Täg sind doch da, nicht? Zweimal bin ich sicher da aufgetreten, vielleicht sogar dreimal. Und gibt es nicht in Sursee eine wahnsinnig schöne Kirche? Die habe ich mir auch mal angesehen.

Aber einen engen Bezug zu Sursee haben Sie nicht?

Nein, das nicht. Aber zur Innerschweiz schon. Ich war zehn Jahre lang mit einer Wolhuserin liiert, ich kenne diese Gegend durchaus... Die Rigi wurde zu meinem Albtraumberg: Immer wenn wir Beziehungsprobleme hatten, musste ich mit meiner damaligen Freundin auf die Rigi hochfahren, um die Probleme zu besprechen. So kenne ich längst sämtliche Möglichkeiten, um auf die Rigi hochzukommen, in- und auswendig (lacht).

Sie sind in Ihrem Leben schon in unzählige Rollen geschlüpft. Wie fühlt sich jene als CEO einer Privatbank im Stück «Die Bank-Räuber» an?

In meinem Umfeld verfüge ich über einige CEOs, die ich sehr gut kenne. Zum Beispiel bin ich sehr eng befreundet mit Thomas Amstutz, dem CEO der Feldschlösschen Getränke AG. Durch diese Freundschaft habe ich auch sein Umfeld besser kennengerlernt. Wenn ich bei ihm beispielsweise an eine Geburtstagsparty eingeladen werde, weilen da natürlich auch andere CEOs. So konnte ich bei der Gestaltung meiner Rolle als Bankdirektor relativ nah in meinem Umfeld beobachten, wie solche Leute auftreten und sich kleiden.

Die Rolle als Caspar Lamm fällt Ihnen also nicht schwer?

Ich habe «Die Bank-Räuber» ja zusammen mit Stephan Pörtner geschrieben. Dieser Prozess hat ein Jahr gedauert. So hatte ich genügend Zeit, um mich in diese Rolle hineinzudenken. Aber bei einer solchen Rolle ist natürlich nicht ein CEO aus dem echten Leben mein Vorbild. Es geht ja um eine Komödie und darum, einen CEO mit Abgründen zu zeigen (schmunzelt).

Ende März treten Sie im Stadttheater Sursee mit dieser Komödie auf. Sie spielen das Stück nun schon seit fast zwei Jahren. Wird man da nicht langsam müde?

Viele Leute verstehen nicht, wie man ein Stück 150 oder 200 Mal spielen kann, ohne dass es einen zu langweilen beginnt. Das Gegenteil ist der Fall: Ist das Stück derart in den Knochen, dass man sich nicht mehr auf den eigenen Text konzentrieren muss, kann man sich nur noch aufs Darstellen der Emotionen fokussieren. Das ist einerseits sehr anspruchsvoll, andererseits aber auch eine tolle Arbeit. Darum ist es unheimlich lässig, ein Stück oft zu spielen. Denn so passieren dem gesamten Ensemble kaum noch Fehler.

Und wie gestaltet sich die Zusammenarbeit nach so langer Zeit mit den anderen Schauspielern? 

Bei Eigenproduktionen weiss ich, dass das Ensemble zwei oder drei Jahre bestehen bleiben soll. So achte ich da auf eine «familiäre Besetzung», auf eine familiäre Stimmung. Ich zitiere in diesem Zusammenhang gerne meinen Freund Fredy Bickel, Fussballmanager: «Die beste Mannschaft ist nicht jene mit den besten Spielern, sondern jene, die am besten zusammenspielt.» So besetzt man ein Schauspieler-Team eben auch mit Leuten, die man gut kennt, von denen man weiss, dass sie krisenerprobt oder kritikfähig sind. Die schlechtesten Erfahrungen im Ensemble habe ich immer mit Personen gemacht, die üblicherweise als Solisten auftreten.

Sie sind bekannt als Schauspieler, Komiker, Autor oder auch als Musiker. An welchem grossen Projekt arbeiten Sie derzeit?

Mit Regisseur Peter Luisi habe ich 2017 die Filmkomödie «Flitzer» gedreht. Wir fanden, dass wir uns noch steigern könnten. Derzeit sind wir an der zweiten Drehbuchfassung für unsere nächste gemeinsame Komödie. Bis Ende Jahr wird das Drehbuch fertig sein. Danach kümmern wir uns um die Finanzierung.

Also darf man sich bald wieder auf einen lustigen Film mit Ihnen freuen?

Es gibt nichts Unsichereres als eine Filmproduktion, da muss wahnsinnig viel zusammenpassen. Aber ich gehe momentan davon aus, dass das klappen wird, ja. Im März wird zudem ein Buch von mir im Merian-Verlag erscheinen. Ich habe mehr als 5000 Postkarten aussortiert, die ich in den letzten 40 Jahren erhalten oder teilweise selber gekauft habe. Die gebe ich nun in einem Buch heraus – ein Gute-Laune-Buch, das einen in Fernweh versetzen wird. Ausserdem schreibe ich mit dem Luzerner Autor Christoph Fellmann an der nächsten Theaterkomödie und mache stets am letzten Sonntag des Monats auf Radio SRF1 nachmittags die «Radio-Bingo-Show».

Man mag es kaum glauben, aber im nächsten Jahr werden Sie 60 Jahre alt. Sie haben noch immer etwas Spitzbübisches, Lausbubenhaftes.

Ich habe das Gefühl, dass sich die innere Einstellung, mit der man durchs Leben geht, auch auf dem Gesicht zeigt. Und zwar nicht nur im Augenblick, sondern auch langfristig. Kürzlich winkte mich die Empfangsfrau beim SRF einfach durch mit den Worten: «Sie sind vertrauenswürdig.» Da habe ich mir überlegt, ob «vertrauenswürdig» ein Kompliment oder aber eine Beleidigung ist. Denn «vertrauenswürdig» ist ja immer auch ein wenig langweilig. Für mich sind jene Leute interessant, von denen man glaubt, sie hätten ein Geheimnis... Ich hoffe, dass die Leute von mir denken: «Der hat sicher ein Geheimnis!» Und zwar auch wenn ich dereinst 80 oder 90 bin. Ich wäre froh, wenn ich mir das Spitzbübische bewahren könnte. Unbedingt möchte ich das!

Bühne | Regiolive-TV | Sursee | Video

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