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Hirzenberg Festival Zofingen

Nicht Mainstream. Einzigartig.

Hirzenberg Festival Zofingen - Garten beim Stadtsaal

Der Garten beim Stadtsaal bietet bei Sommerwetter ein schönes Ambiente.  | Bild: zVg

Was braucht es, um einen von Musik geprägten Event auf höchstem Niveau in einer Kleinstadt wie Zofingen zu etablieren? Antworten von Yolanda Senn Ammann, der Präsidentin des Vereins Hirzenberg Festival, und dem künstlerischen Leiter, Dieter Ammann.

28.06.2018 10:00, Jil Lüscher, 0 Kommentare

Das Hirzenberg Festival ist ein Fest für alle Sinne. Welcher Sinn, oder welche Sinne werden dieses Jahr ganz besonders angesprochen?

Yolanda Senn Ammann: Das Schöne an unserem Festival ist, dass an jedem Abend tatsächlich alle Sinne angesprochen werden. Unsere Gäste müssen also nichts weiter tun als offen zu sein um zu hören und
zu sehen, etwas erleben zu wollen und vor allem zu geniessen. Auch wer sich auf Ungewohntes, Neues einlassen möchte kommt voll auf seine Kosten. Im after-concert-Programm kommt dann eher das Schmecken und Riechen zum Zug. Auf Musik muss aber dennoch nicht verzichtet werden. Oft wird zu den gebotenen easy-listening-Klängen der Hausband sogar das Tanzbein geschwungen.

Können Sie uns ihr persönliches musikalisches Highlight nennen?

Dieter Ammann: Als Komponist von zeitgenössischer Musik liegt mir, auch in meiner Funktion als künstlerischer Leiter, die Kunst unserer gelebten Gegenwart besonders am Herzen. Darum empfinde ich die freche Programmierung des Abschlussabends als eines von vielen Highlights – da werden die Hörerinnen und Hörer wohl am meisten gefordert. Aber das kann sehr beglückend sein, vorallem wenn man sich selber aktiv auf das Gebotene einlässt und sich nicht einfach berieseln lässt. YSA: Schwierig zu sagen, jeder Abend hat seinen Reiz. Für mich ist das grösste Highlight, wenn Gäste, Musiker und alle Mithelfenden einen anregenden und erfüllten Abend erleben. 

Auf was sollen Besucherinnen und Besucher der Ausgabe 2018
besonders achten? 

YSA: Erst einmal kann jeder Besucher und jede Besucherin auf das achten, was ihm/ ihr entspricht. Egal ob in einem Konzert, im Kino, im Theater, in einem Club oder sonst wo: Jeder Mensch hat seine eigene Wahrnehmung und sein eigenes Erleben. Das gilt genauso für das Hirzenberg Festival und die Konzerte, die wir unter dem Jahr im Palass veranstalten. Und oft tauscht man sich im zweiten Teil der Events darüber aus. Auf jeden Fall ist man danach um eine Erfahrung reicher. Das National Youth Wind Orchestra of Great Britain reist mit mehr als 60 Musikerinnen und Musiker im Alter von 14 bis 21 Jahren an.

Eine besondere Herausforderung in Bezug auf Logistik?

YSA: Genau gesagt, kommen insgesamt 65 Personen angereist. Sie werden 5 Tage lang in Zofingen bleiben und von hier aus noch weitere Konzerte bestreiten auch am Lucerne Festival. Die Verantwortlichen vom NYWO sind bereits letztes Jahr angereist, um zu prüfen, ob alles ihren strengen Richtlinien entspricht. Das Organisieren von Konzerten mit allem rundherum bereitet uns auch im 16. Jahr viel Freude. Wir lieben Herausforderungen und ehrenamtliche Tätigkeit sollte keinen Stress, sondern Freude bereiten.

Das Hirzenberg Festival wird bewusst vom elitären Anspruch geprägt, wie gross ist die Anziehungskraft von Zofingen auf die Weltelite der Musik?

YSA: Elitärer Anspruch? Das tönt, gerade in unserer schnelllebigen, auf Zerstreuung ausgerichteten Welt nicht gerade einladend. Wir haben zwar hohe Ansprüche was die Inhalte der Konzerte und die Qualität der InterpretInnen anbelangt, aber das Publikum muss das nicht kümmern – im Gegenteil: Wir möchten natürlich, dass sich unsere Gäste sowohl aus Liebhabern klassischer Musik als auch aus Menschen ohne jegliche Vorkenntnisse zusammensetzt! Nochmals: es braucht bloss etwas Neugierde und Konzentrationsfähigkeit.

Sind Vergleiche mit Gstaad und Luzern erlaubt?

YSA: Ein Vergleich mit riesigen Festivals mit einem Millionenbudget ist bei unserem von den Mitgliedern getragenen örtlichen Kulturverein eigentlich unmöglich. Umso bemerkenswerter ist es, dass es uns immer wieder gelingt, Künstlerinnen und Künstler einzuladen, welche an besagten Festivals in aller Welt grosse Konzertsäle füllen und dennoch nach Zofingen kommen, wo sie in kleinem, ja fast intimem Rahmen auftreten. Dies ist vor allem aufgrund persönlicher Beziehungen möglich. Müsste man diese «Big names» immer auf dem normalen Weg, also über die Agenturen und Manager buchen, wären wir wohl pleite (Smily). Natürlich sind wir auch froh um die Subventionen, welche uns – aufgrund der Qualität und der Originalität des Angebots – zugesprochen werden. Dadurch ist es uns beispielsweise möglich, auch jungen, am Anfang ihrer Karriere stehenden MusikerInnen eine Plattform zu bieten oder Konzerte mit neuster Musik zu veranstalten.

Gibt es Synergien mit der Orgnisation des Heitern Open Airs?

DA: Die Organisatoren des Heitern machen jedes Jahr einen fantastischen Job! Allerdings unterscheiden sich unsere Angebote sehr stark voneinander. Am Open Air soll (nebst der Party) vor allem Musik dargeboten werden, die möglichst viele Leute anspricht, oder sie zumindest nicht verärgert. Komponierte Kunstmusik, wie sie am Hirzenberg Festival erklingt, braucht aufgrund ihrer dichten Struktur und der Feinheiten der Interpretation hingegen einen Rahmen, der konzentriertes Zuhören ohne Ablenkung ermöglicht. Da gibt es wenig Möglichkeiten für Synergien. Aber: Es wäre schön, wenn sich mehr Leute mit beiden Musikwelten auseinandersetzen würden.

Wo sehen Sie als Präsidentin des Vorstandes Kulturraum Hirzenberg Chancen und Risiken für die Zukunft?

YSA: Wenn man es sich zur Aufgabe gemacht hat – und dies erst noch in einer Kleinstadt – hochwertiges künstlerisches Schaffen vor Ort anzubieten, hat dies mit Idealismus zu tun. Idealismus um Musik zu vermitteln, und zwar solche, die einem nicht aus allen Kanälen entgegenströmt. Und Idealismus um den Ort, wo man seinen Lebensmittelpunkt hat, mit einem einzigartigen Angebot zu beleben und attraktiver zu machen. Das sind wohl die Gründe, warum alljährlich hunderte von Stunden an ehrenamtlicher Arbeit verrichtet werden. Der Vorstand, die Mitglieder, die Konzertgänger interessieren sich für eine Sache ohne vorher zu rechnen, was dabei herausspringt. Allerdings macht das nur Sinn, wenn es ein interessiertes Publikum vor Ort hat, und das haben wir in Zofingen! Selbst weitgereiste Künstler haben schon festgestellt, dass das hiesige Hirzenberg-Publikum, auch bei neuer, manchmal sperriger Musik, ausserordentlich aufmerksam und konzentriert mitgeht. Was will man mehr? Die Risiken sind wohl dieselben wie überall, selbst bei den grossen Festivals: Es wird bei ideellen, also nicht in Zahlen messbaren Werten immer mehr gespart. Kommt dazu, dass in unserem eher ökonomisch orientierten Denken kulturelle Errungenschaften, mit der Kunst als Speerspitze, in ihrer Bedeutung marginalisiert werden. Vermutlich ist vielen Menschen nicht bewusst, wie wichtig Kultur für die Identität einer Gesellschaft und die Kommunikation mit anderen Menschen ist. Kommt dazu: Gerade Musik ist im Internetzeitalter quasi rund um die Uhr sowieso gratis zu haben. Aber das Live-Erlebnis ist durch nichts zu ersetzen. Von daher lohnt sich ein Konzertbesuch immer.

Bühne | Kultur | Magazin | Zofingen

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