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Das «Theater vom Richtplatz» fand auf der Festung Aarburg das passende Szenarium für schwarzen Humor.

Mord als Mittel zu Reichtum

Andere Folgen als in der Krimikomödie «Moorgang» hatten Mord und Totschlag früher. Auf dem ummauerten Richtplatz der Festung Aarburg liessen einst die «gnädigen» Herren von Bern die zum Tod verurteilten Malefikanten hinrichten. Letztmals im November 1863 traf die Enthauptung durch Scharfrichter Mengis den Raubmörder Felber.

28.05.2018 10:39, Kurt Buchmüller/Bilder: adi/jf, 0 Kommentare

Das Publikum an der Premiere von «Moorgang», dem neuen Stück des Theaters vom Richtplatz, litt lediglich an Lachanfällen. Zwar kommen neun der elf Mitwirkenden auf mysteriöse Weise ums Leben. Aber das ist gerade das Komische in der Handlung der zweifelhaften Figuren. Doppeldeutig ist auch der Titel «Moorgang». Einerseits steckt darin der letzte Gang der Ermordeten zur Versenkung im Moor, das den Familiensitz «Monument Mouse» der Auftragsmörder Henk umgibt. Anderseits bedeutet das englische «Gang» auf Deutsch «Bande». Und eine solche sind die Henks. Seit vierhundert Jahren lebt der Clan einträglich vom Geschäft mit der Ermordung von Menschen, die ihnen in die Quere kommen. «Monument Mouse» ist das begehrte Schlupfloch der fünf noch lebenden Familienmitglieder. Auf Einladung ihres Familienanwalts treffen sie sich dort zur Verteilung der Erbschaft. Das Problem besteht darin, dass die Leiche der unter mysteriösen Umständen verstorbenen Alleinerbin nie gefunden wurde, sie deshalb als verschollen gilt und das Erbe blockiert ist. Mithilfe des Anwalts sollen Tricks und Ränke zur Umgehung dieser Sperre gefunden werden. Dass dabei alle, inklusive der Anwalt, ihre eigenen Interessen einbringen und selbst vor Mord nicht zurückschrecken, ist die eigentliche Triebfeder der Handlung. Zur Spannung gehören auch die undurchschaubaren Rollen der Beteiligten. Landstatthalter Dr. Urs Hofmann (er war an der Premiere anwesend) schreibt dazu im Vorwort des Programmheftes: «Die makabre englische Krimi-Komödie lässt uns darüber sinnieren, was uns am Bösen fasziniert. In unserem Leben wollen wir mit Mord und Totschlag möglichst nichts zu tun haben, aber in unserer Fantasiewelt scheinen die menschlichen Abgründe eine umso wichtigere Rolle zu spielen.»

Hitzige Diskussion und Mordorgie
Die schweizerdeutsche Fassung «Moorgang» basiert auf dem englischen Theaterstück «Tiptoe Through the Tombstones» (Auf Zehenspitzen über den Friedhof) von Norbert Williams, erschienen 1997. Die Regie beim Theater vom Richtplatz führte Dirk Vittinghoff. Zur Einstudierung fanden mehr als sechzig Proben statt. Es galt, den Ablauf, die raschen Szenenwechsel und die Mordanschläge punktgenau miteinander zu verknüpfen und den Witz und die Redegewandtheit in den Diskussionen schlagfertig zu machen. Das ist mit einer Perfektion sondergleichen gelungen; alle elf Rollen erhielten ihr individuelles Aussehen, als seien die Tragenden mit Haut und Haar in sie hineingeschlüpft. Ein besonders deutliches Beispiel dafür ist Thomas Matter als schwuler Butler, jede Geste, Mimik und Bewegung sass typisch. Zusammen mit seiner Partnerin Leandra Jordi als Dienstmädchen versorgten und betreuten sie die fünf Eingeladenen des Henk-Clans und übernahmen damit eine Schlüsselrolle in der Handlung. Die Pointe wird jedoch bis zum Schluss aufgespart. Dazwischen treten Oktavia Henk (Therese Kühne), Henriette Henk (Hildi Kulli), Augustus Henk (Heinz Schmid), Athene Henk (Doris Wenger) und Fabia Henk (Denise Bütikofer-Matter) in Aktion und keifen über die Erbschaft. Ein verunglückter Clown (Werner Schertenleib) kommt hinzu und mischt die Handlung mit seinem Gestürm auf. Der Familienanwalt (Heini Schöni) und dessen Sekretärin (Karin Grossmann) schalten sich ebenfalls ein und Martin Arnold verwirrt das Ganze mit seiner Rolle als Clown. Am Schluss bleiben nur noch der Butler und seine Partnerin auf der Bühne. Sie entpuppen sich als Nachkommen eines nicht am Familientreffen erschienenen Henkzweiges. Alle anderen sind entweder erschossen, erstochen oder vergiftet worden und haben den Moorgang angetreten. Wie die Morde durchgeführt wurden und wer dafür verantwortlich ist, soll hier nicht verraten sein.

Alle Informationen über die Aufführungsdaten und Tickets sind auf www.richtplatz.ch erhältlich.

Aarburg | Bühne | Galerie

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