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Kompositionsbeitrag des Aargauer Kuratoriums

Mit der Laute von Kairo nach Bern

Wael Sami Elkholy in seinem Lieblingsgässchen, der Ringmauergasse in der Zofinger Altstadt.

Wael Sami Elkholy in seinem Lieblingsgässchen, der Ringmauergasse in der Zofinger Altstadt.  | Bild: Anna Müller

Wael Sami Elkholy bringt zeitgenössische Klassik mit orientalischen Wurzeln in die Region.

18.04.2016 10:10, Anna Müller, 0 Kommentare

Erstaunt, geehrt und über das ganze Gesicht strahlend hat der Sänger und Komponist Wael Sami Elkholy den Kompositionsbeitrag des Aargauer Kuratoriums entgegengenommen. In der Sparte Klassik gewinnt sein Oratorium, «Hypatia», 5000 Franken. Das Stück des gebürtigen Ägypters, der heute in Oftringen lebt, handelt von einer Mathematikerin und Philosophin aus Alexandria, namens «Hypatia». Geschrieben ist es für einen achtköpfigen Frauenchor und ein Harmonium. Aufgrund Hypatias Vertretung nichtchristlicher, philosophischer Traditionen wird sie ermordet. Die Komposition ist im Stil der zeitgenössischen Klassik gestaltet, und versehen mit traditionell orientalischen Mustern. Die Verbindung Elkholys besteht durch die politischen Konflikte damals und heute. Er ist für mehr Meinungsfreiheit und findet es schlimm, wie Frauen momentan in Ägypten diskriminiert werden.

Dies versucht er, in den Texten von «Hypatia» zu verdeutlichen, da laut Elkholy der Text für die Aussage des Stücks zuständig ist und die Musik für die Emotionen. Den Preis für «Hypatia» hat er dem Harmonisten des Stücks, Marc Fitze, zu verdanken. Er hat ihn beim Aargauer Kuratorium angemeldet. Selbst wäre Elkholy nie auf die Idee gekommen. Er freut sich besonders über den Preis, weil er es schön findet, vom Kanton, indem er lebt, anerkannt zu werden. Es verleihe ihm das Gefühl, er gehöre hierher. Sprachen sind dem Komponisten wichtig. Er selbst spricht Arabisch, Englisch, Deutsch und Französisch. Auch die Musik selbst sieht Elkholy als Sprache.

Der Ägypter im Käseparadies

Wael Elkholy wird 1976 in Dubai geboren und wächst ab dem 7. Lebensjahr in Kairo auf. Die klassische Musik wird ihm in die Wiege gelegt. Seine ganze Familie ist musisch tätig. So ist seine stetige Begleiterin seine Laute. 2008 zieht es ihn in die Schweiz. Durch die Organisation «Pro Helvetia», gelangt der in Ägypten bekannte Solist und Komponist von Kairo nach Bern. Er ist von der Schweizer Bundeshauptstadt und deren Kunstszene begeistert und beginnt dort im Alter von 32 Jahren sein Master-Studium in Musik und Komposition. Unter anderem durch die vielfältige Auswahl an vorzüglichem Schweizer Käse, fühle er sich hier wie im Paradies, schwärmt er. Trotz der anfänglichen Schwierigkeit mit der Sprache, schafft er es, sich in Bern einzuleben und nach nur einem halben Jahr spricht der lebensfrohe Künstler Deutsch. Im Obergeschoss eines Berner Theaters findet er die perfekte Wohnung für sich. «Ein Theaterbesuch am Abend, ohne das Haus zu verlassen, was will man mehr?»

Nach einem weiteren Master-Studium in Bern zieht ihn sein Herz nach Oftringen. Auch dort hat er keine Mühe sich einzuleben. Sofort verliebt er sich in die nahegelegene Stadt Zofingen. Der Charme der Altstadt hat es ihm angetan. Er sagt: «Gelegentliche Spaziergänge sind bei einer Schreibblockade die perfekte Möglichkeit, meinen Kopf frei zu kriegen.» Der Erfolg lässt nicht lange auf sich warten. Wael Elkholy erlangt immer grössere Bekanntheit als Komponist und macht überdies bei der Biennale in Bern mit. Im Mai letzten Jahres gibt er mit seiner Band «ab3ad» ihre erste CD «Ancient Love» heraus. Damit geht das Trio auf eine kleine Schweiz-Tour. Ihren eigenbenannten Musikstil «New Traditional Music» kann man unter anderem am 20. Mai in Basel kennenlernen.

Für den aufgestellten Ägypter bedeutet die Musik alles. Träumerisch erzählt er, wie wunderbar sie sei, und, dass die Grenzen zu erweitern, schon immer sein Traum gewesen sei. Dies ist auch der Grund für seine Begeisterung am Komponieren. «Ich hasse Grenzen», sagt er. Musik solle in keinster Weise eingeschränkt werden. Mit seiner Arbeit als Komponist kann er sich gegen diese Grenzen stellen, und Neues erschaffen.

Musik ist eine Sprache

Als er mit sieben Jahren seine Karriere als Solist und Schauspieler in Kairo beginnt, ist für ihn auf der Bühne zu stehen alles. Es geht ihm aber nicht darum, zu zeigen, was er kann. Er will das Gefühl, welches die Musik auslöst, mit anderen teilen und in einer Gemeinschaft die Klänge erleben. Das ist auch das, was er an seiner Arbeit seit der Kindheit liebt. «Die Musik ist eine individuell interpretierbare Kommunikationssprache», erklärt er begeistert. Es gibt für Wael Elkholy nichts Schöneres, als Musik zu machen. Deswegen freut er sich auch auf das Internationale Festival für Harmonium- und Harmonika- Instrumente in Bern, wo am 18. Juni sein Oratorium «Hypatia» uraufgeführt wird. Das Schönste am Stück findet er die Grenzerweiterung durch die Verbindung von zeitgenössischer Klassik mit musischen Elementen seiner Heimat.

 

Kultur | Musik

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