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Café Röckli

Weihnachtliche Erlebnisse

 | Bild: shutterstock

Ich liege im Bett und die Decke liegt schwer auf meinem Körper. Die Dunkelheit und der Winter machen mich müde. Also schlafe ich ein. Tief und fest. Denn morgen ist ein grosser Tag.

29.11.2018 12:00, rwi, 0 Kommentare

Meine Nase nimmt einen feinen, frischen Duft wahr. Kurz darauf stehe ich im Bett und mein Kopf schreit: «Jetzt haben die wieder ohne mich die Kekse gebacken!» Etwas schlaftrunken und etwas gedemütigt gehe ich in die Küche und setzte mich an den Tisch. Ich fange an, Herzen, Tannenbäume, Schweine und Sterne auszustechen. Dass ich schlechte Laune habe, bemerkt niemand, denn alle sind in froher Weihnachtsstimmung. Das macht nichts, denke ich mir. Denn wir haben einen Tannenbaum, der mit Schokolade bestückt ist. Am liebsten esse ich einen in glänzend blauer Folie verpackten Schokoladen-Tannenzapfen. Er knackt so wunderbar, wenn ich reinbeisse. Was für ein Glücksgefühl. 
Der verheissungsvolle Moment des «Geschenke-Auspackens» ist da. Ich erhalte einen Fotoapparat und bin ziemlich fasziniert von diesem Objekt. Mit meinem neuen Gerät mache ich erwartungsvoll ein paar Erinnerungsbilder. Damit auch andere Menschen sehen können, was ich sehe. Doch das ist gar nicht so leicht. Abgesehen von der Fähigkeit Fotos zu machen, ist es kein leichtes Unterfangen, jemand anderem seine Welt zu zeigen. Ich möchte all die Emotionen, welche ich bei einem Weihnachtsfest erlebe, abbilden. All die Freude und auch die Enttäuschung. Aber der Fotoapparat kann das nicht. Er zeigt nur einen Tannenbaum mit ein paar Leuten. Menschen die mich angeblich kennen, weil sie tagein tagaus mit mir eine Wohnung teilen. Ich bleibe auf mich selber zurückgeworfen und bin erschüttert, weil die Welt in der ich lebe, so einsam ist. In diesem Augenblick lege ich die Kamera enttäuscht auf die Seite. 
Aber es ist doch Weihnachten, denke ich mir. Da ist man doch dankbar. Vom Materiellen bis hin zur Liebe, die wir uns gegenseitig schenken. Und das sieht nunmal eine Kamera nicht. Das sehen die Menschen, die sich kennen. Was ist es dann noch wert, sich darüber aufzuregen, dass meine Familie ohne mich angefangen hatte, die Kekse zu backen. Vielleicht meinten sie es gut mit mir und wollten mich schlafen lassen. Bei diesem Gedankenspiel wird mir bewusst, dass wir vielleicht etwas nachsichtiger mit unseren Mitmenschen sein sollten. Denn jeder tut alles zu seinem Besten, so wie es ihm/ihr möglich ist. 
Mit diesem beruhigenden Gedanken gehe ich zu Bett und freue mich auf all die tollen Momente, welche ich nun mit meiner neuen Kamera einfangen möchte. Damit ich die Welt anderen zeigen kann, welche ich sehe. Und die Decke liegt schwer auf meinem Körper und zeigt mir: Es ist kalt draussen und ich bin dankbar, in einem wohlig warmen Bett liegen zu dürfen.

Cafe Röckli | Magazin | Pink

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