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Die Weihnachtszeit trifft die Menschheit anscheinend immer wie ein Donnerschlag

Da wird man doch zum Grinch

 | Bild: zVg

Da ist sie wieder – die ach so besinnliche Weihnachtszeit – und mit ihr kommt der Stress, die Hektik und das Theater. Anscheinend lernt die Menschheit doch nichts dazu…

24.12.2018 09:25, rwi, 0 Kommentare

Jetzt mal ganz ehrlich: Es gibt jedes Jahr Ereignisse, die die Menschheit anscheinend trifft wie ein Donnerschlag. Zum Beispiel wenns das erste Mal schneit. Dann bricht Chaos auf den Strassen aus, bevor der Schnee überhaupt liegenbleibt. Gut – es schneit kaum noch. Aber dass es im Winter passieren kann, ist ja jetzt nicht wirklich verwunderlich.

Das Schlimmste ist jedoch die ach so besinnliche Weihnachtszeit. Ich hab so oft gehört «Bin froh, wenn die Zeit vorbei ist» oder «Der verdammte Stress ist zum Ko***» «Am 24. sind wir daheim, am 25. bei der Schwiegermutter und gleichzeitig sollen wir zu meinen Eltern. Das gibt wieder ein verdammtes Gerenne. Da gehen wir am 26. hin.» Und jedes Jahr geht’s mir gleich. Ich verstehs nicht.

Weihnachten ist immer am gleichen Tag. Das ist seit über 2000 Jahren so und wird sich auch die nächsten 2000 Jahre nicht ändern. Der Detailhandel hats begriffen – die hauen uns nämlich ab Ende Oktober bereits die Weihnachts-Schoggi, die Guetzli und die Geschenkideen um die Ohren. Hier hab ich ein gespaltenes Verhältnis zu dem Zeug. Die Vorfreude ist voll im Eimer. Weils mich nervt, wenn ich draussen noch im T-Shirt rumrenn und gleichzeitig an allen Orten von leuchtenden Rentieren, Spekulatius und überdimensional grossen Christbaumkugeln verfolgt werd. Das hat nichts mehr mit Vorfreude zu tun. Die Weihnachtszeit fängt mit dem 1. Advent an. Punkt. Geschenke kann man sich doch das ganze Jahr über überlegen und organisieren. Wobei das ja auch schon wieder so ein Witz ist. Wieso müssen Geschenke unterm Weihnachtsbaum liegen? Die strahlenden Gesichter von den Liebsten, wenn sie vollkommen unerwartet irgendwann an einem der 365 Tage im Jahr ein Geschenk kriegen, sind doch viel schöner.

Wieso kann man die Weihnachtszeit nicht als das sehen, was sie ist? Die Zeit der Freude, der Ruhe und – wenns denn wirklich auch so toll ist, wie man an Weihnachten immer tut – Zeit für Familie und Freunde. Wenn man den ganzen Konsum-Scheiss mal weglasssen würde (jeder hat im Keller tonnenweise Weihnachtsdeko rumliegen), hätte man wirklich mehr Zeit. Die verkaufsoffenen Sonntage werden von mir grundsätzlich boykottiert. Die Angeschmierten sind nämlich die Angestellten. Die tatsächlich keine Zeit mehr haben für das, was wichtig ist. Die Supermarkt-Regale leeren sich, als ob der 3. Weltkrieg vor der Tür stehen würde – dabei sinds doch grad mal zwei Feiertage.

Ich mag die Weihnachtszeit eigentlich. Ich mag die Lichterketten, die Kerzen, schön dekorierte Räume und Gärten und die vielen Gerüche nach allem Möglichen. Das ist eins der wenigen Dinge, die für mich Weihnachten ausmachen. Die vielen verschiedenen Gewürze, die in der Luft liegen. Das einzige, was von der Tradition übriggeblieben ist.

Wenn ich aber die vielen angespannten, gestressten und müden Menschen sehe, die sich einen abstrampeln um hinterher sagen zu können  «Gott sei Dank ists vorbei», dann könnt ich zum Grinch werden. Denn Zeit für die Liebsten sollte man das ganze Jahr über immer mal wieder haben – nicht nur, weil es der Kalender vorschreibt.

Miss Gini

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