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Serie Gemeindeweine (4/5)

Der Ehrenwein von der Firsthalde

Das Weingut zum Sternen in Würenlingen liefert seit Jahren Riesling-Silvaner nach Aarburg.

30.07.2015 08:30, Lilly-Anne Brugger, 0 Kommentare

«Dass wir den Ehrenwein für die Gemeinde Aarburg produzieren, hat eine lange Tradition. Diese Zusammenarbeit ist noch unter meinem Vater entstanden», sagt Andreas Meier, Geschäftsführer des Weingutes zum Sternen in Würenlingen, das er gemeinsam mit seinem Bruder Manuel führt. Hier wird der Würenlinger Riesling-Silvaner produziert, der, mit einer speziellen Etikette versehen, zum Aarburger Ehrenwein wird. Andreas Meier sitzt im Besprechungsraum am Rebschulweg 2 und erzählt von seinem Unternehmen. Dieses besteht nicht nur aus einem Weingut, sondern auch aus der grössten Rebschule der Schweiz. Das Restaurant/Hotel zum Sternen, das früher ebenfalls zum Betrieb gehörte, wird heute von Andreas Meiers Bruder Adrian geführt.

Kalkmergel für Riesling-Silvaner

Das Rebgut zum Sternen sei ein Lage-Weingut, erklärt Andreas Meier. «Wir sind der Meinung, dass eben die Lage einen grossen Anteil ausmacht, wie ein Wein schmeckt.» Deshalb stehe auf allen Weinen des Weingutes zum Sternen jeweils drauf, wo der Wein produziert werde. Beim Riesling-Silvaner findet man diesen Hinweis aber nicht. «Das stimmt», gibt Andreas Meier zu. Dies sei eben eine Ausnahme, die historisch so gewachsen sei, ergänzt er. Dass auf der Flasche nicht steht, wo der Wein wächst, heisst aber nicht, dass Andreas Meier nicht weiss, wo der Wein herkommt. Der Aarburger Ehrenwein wächst an der Firsthalde, oberhalb von Würenlingen. «Wir haben dort Kalkmergel. Und ich bin der Meinung, dass diese Böden optimal sind für Riesling-Silvaner», betont Andreas Meier.

Der 53-Jährige steht auf und geht zum Kühlschrank. «Probieren wir doch einen Schluck vom Aarburger Ehrenwein», meint er und nimmt eine Flasche aus dem Kühlschrank. Er schenkt den kühlen Tropfen in zwei grosse Gläser ein. «In der Farbe sehe ich ein grünes, frisches Gold, in der Nase rieche ich Papaya, Ananas und Zitrus.» Doch plötzlich stockt er und riecht nochmals am Wein. «Es sind ganz sicher exotische Früchte. Aber ist es nun Mango oder Papaya?» Er nimmt einen Schluck vom Wein. «Im Mund macht er einen frischen Eindruck. Er hat eine anmächelige Säure. Ausserdem ist er recht anhaltend und bleibt lange auf der Zunge.»

Während der Jahrgang 2014 bei Andreas Meier im Glas perlt, hängt der Jahrgang 2015 noch an den Rebstöcken. Mit dem Auto fährt der Weinbauingenieur HTL zur Firsthalde. Dort, auf Kalkmergel-Boden, wächst Riesling-Silvaner. Mitarbeiter von Andreas Meier pflegen die Rebstöcke. Sie kürzen die Zweige, die über die Drähte hinauswachsen und entfernen die Blätter in der Traubenzone. «So können die Beeren besser trocknen und wir verhindern, dass sie zu faulen beginnen», erklärt Andreas Meier. Das Laub der Rebstöcke ist meist grün, einige sind jedoch etwas gelb. «Das liegt nicht am Wasser, sondern am Eisenmangel», erklärt er. Dies sei typisch für Kalkmergel-Böden. «Der Ertrag wird dann etwas kleiner, dafür entsteht ein spannender Geschmack.»

Keine mechanische Filtration

Vom Rebberg geht es direkt zur Trotte, die 2012 renoviert worden ist. Unten, im über 500 Jahre alten Keller, lagern die Weine. Oben werden im Herbst die frisch gelesenen Trauben angeliefert. Nicht nur die von den gut elf Hektaren des Weingutes zum Sternen, sondern auch diejenigen der Firma Besserstein. Für diese Weine übernimmt das Weingut zum Sternen die Vinifikation. «Wir filtrieren unsere Weine nicht mehr mechanisch», erzählt Andreas Meier. Stattdessen verlässt er sich auf eine Anleitung aus dem Jahr 1843, um mit dem Wein eine sogenannte Klärschönung durchzuführen. So bleiben die Aromabestandteile im Wein erhalten. «Wenn es im Trottenkeller fein riecht, dann haben wir etwas falsch gemacht, denn das Aroma soll im Wein erhalten bleiben», sagt Meier.

Ehrenwein ist schon abgefüllt

Andreas Meiers Bruder Manuel, der für die Vinifikation und Logistik zuständig ist, baut im kühlen Trottenkeller die Abfüllanlagen auf. Am nächsten Morgen sollen unter anderem Chardonnay, Blauburgunder und Blanc de Noir abgefüllt werden. Der Riesling-Silvaner, der später zum Aarburger Ehrenwein wird, ist bereits im Frühjahr abgefüllt worden. Der Stahltank, in dem er gelagert war, ist bereits geputzt und für den nächsten Einsatz im Herbst bereit. Dieses Jahr werde der Leset etwas eher stattfinden. Vermutlich noch im September, sagt Andreas Meier. Denn dank des warmen Sommers ist die Natur etwas voraus im Marschprogramm.

Riesling-Silvaner

Ein Kuckucks-Kind

Der Riesling-Silvaner ist 1882 vom Schweizer Rebforscher Hermann Müller-Thurgau aus einer Riesling-Rebe (Mutter) und einer Silvaner-Rebe (Vater) in Deutschland gezüchtet worden. Während ausserhalb der Schweiz für diese Kreuzung oft der Name «Müller-Thurgau» verwendet wird, ist er in der Schweiz auch unter dem Namen Riesling-Silvaner bekannt.

Im Jahr 1999 wurde aufgrund von technischen Untersuchungen festgestellt, dass diese Weinsorte nicht wie von Hermann Müller-Thurgau angegeben aus einer Riesling-Rebe und einer Silvaner-Rebe gekreuzt worden ist. Während die Mutter, die Riesling-Rebe, korrekt ist, ist der Vater nicht eine Silvaner-Rebe, sondern eine Madeleine Royal. Aus Rechts- und Marketing-Gründen wird die Weinsorte nun «Müller-Thurgau» oder auch «Rivaner» genannt.

Der Aarburger Ehrenwein ist immer noch mit Riesling-Silvaner angeschrieben – allerdings nicht mehr mit dem bislang gebräuchlichen Riesling x Silvaner. «Ich produziere Wein aus dem Aargau, da kann ich ihn doch nicht mit Müller-Thurgau anschreiben», sagt Andreas Meier. 

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