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Gini's lose Kolumnensammlung

Den Touris ein Schnippchen geschlagen

Val Verzasca - Tessin

Die wilde Schönheit ist traumhaft - wenn man den idiotischen Touristen aus dem Weg geht.  | Bild: Regina Lüthi

Jeder kennts, viele waren schon mal da – und alle stapeln sich auf den gleichem Eck. Die Rede ist vom Val Verzasca, ein für mich wunderschöner Flecken Erde im Tessin. Das seh natürlich nicht nur ich so und deshalb tummeln sich da aus allen Ecken der Welt und auch die Einheimischen zu Massen in dem berühmten Tal.

28.08.2018 10:26, rwi, 0 Kommentare

Der besondere Anziehungsort – Lavertezzo. Die Bogenbrücke aus dem 17. Jahrhundert ist berühmt-berüchtigt. Aber leider nicht aus geschichtlichen Gründen. Sondern weil sich zahlreiche Foto- und Selfiejäger auf dem schmalen Brücklein versammeln, um – umzingelt von keine-ahnung-wie-vielen Schaulustigen, die mit ihrer Kühlbox den Weg versperren - völlig idiotisch ins Wasser zu springen. Je blöder, desto besser. Die Sensationsgeier machen dabei auch noch einen Lärm, der einem grundsätzlich die Lust auf den herrlichen Flecken Erde vermiest. Die Wildheit der Landschaft, die einmaligen Formatierungen und Maserungen des Gesteins interessieren keinen der Touris. Hauptsache, den schönsten Platz besetzen, den weissen Ranzen in die Sonne halten, bis er krebsrot ist und die Trottel auf der Brücke anfeuern, bis sie sich waghalsig ins Wasser stürzen. Und nur mal so am Rande – es verunglücken auch jährlich einige wegen ihrer Adrenalin-Geilheit. Aber das will ja auch keiner wissen.

Das Val Verzasca bietet zahlreiche Möglichkeiten, um die Zeit zu verbringen – ohne die ganzen Geier, aber dafür in absoluter Harmonie und Ruhe. Ich habs ausprobiert. An einem Samstag. Doch ich bin weiter raufgefahren und am Fluss entlanggewandert. Es war grossartig und vor allem hatte ich die ganze wilde Schönheit tatsächlich für mich alleine. Irgendwo auf diesem Weg hätten 20 Kunstwerke stehen sollen. Ich hab nicht alle gefunden – oder vielleicht auch nicht alle als Kunst erkannt. Zehn Kilometer am Stück bin ich keiner Menschenseele begegnet. Meine einzigen Begleiter waren Eidechsen. Die einzigen Geräusche: Der Wind, der Fluss, die Vögel und natürlich meine Kamera. Es gibt sie eben doch noch, die ruhigen Fleckchen Erde mitten in einem Touristengebiet, in denen sich die Unbelehrbaren gegenseitig bei dem Versuch geiler zu sein als alle anderen, auf die Füsse steigen.

Nur am Schluss der Wanderung holte mich die Realität ein und erinnerte mich daran, dass Samstag war und wo ich mich befand. Denn der Wanderweg endete ausgerechnet in Lavertezzo. Ich erkämpfte mir den Weg über die Brücke und versuchte eher erfolglos, den Massen zu entgehen. Vorbei wars fast mit der Ruhe und der Entspanntheit. Aber egal. Als ich später die Fotos ansah, hatte ich wieder das Feeling der Freiheit, der Ruhe und das Lächeln im Gesicht. Gut – ein bisschen fieses Grinsen war auch dabei. Weil so viele Idioten hinterher erzählen werden, dass sie im Val Verzasca waren – und doch keine Ahnung haben, wo sie sich tatsächlich befunden haben.

Miss Gini

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