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Das Weihnachts-ABC

 | Bild: pexels

Für alle, die beim grossen Schlemmen nicht wissen, worüber sie reden sollen: Weihnachtliche Traditionen, Bräuche und unnützes Wissen aus aller Welt.

29.11.2018 12:00, Leandra Jordi, 0 Kommentare

Das Anzünden der Kerzen ist hierzulande ein grosses Mysterium. Vermutet wird das Christkind. Komisch nur, dass genau dann, wenn die Kinder gespannt vor der Türe warten, irgendein Erwachsener fehlt.

Der Brauch, einen immergrünen Baum zu schmücken, hat sich von Deutschland aus über die ganze Welt verbreitet.

Eines der beliebtesten Menüs kommt aus einem Land, das Weihnachten eigentlich nicht kennt: Fondue Chinoise ist in China seit dem 5. Jahrhundert bekannt.

An Heiligabend um 15 Uhr läuft im schwedischen Fernsehen «Donald Duck und seine Freunde wünschen Frohe Weihnachten». Die Sendung gehört zu den meistgesehenen überhaupt.

In den USA hängt an vielen Christbäumen eine Essiggurke - wer sie findet, kriegt ein zusätzliches Geschenk. Der Brauch gilt bei den Amerikanern als «deutsch», obwohl er in Deutschland kaum bekannt ist.

Auf den Färöern dauert das Fest ganze 21 Tage. Erst am 13. Januar wird zum «Weinachtskehraus» getanzt.

In Georgien wird Weihnachten am 7. Januar gefeiert. Man begibt sich zum «Alilo» auf die Strasse, wo man sich zum Feiertag gratuliert.

Himmeli ist ein komplizierter Weihnachtsschmuck. In Finnland, Litauen und Schweden wird dieses pyramidenförmige Mobile aus Strohhalmen gebastelt, was viel Zeit und Geduld erfordert. Das Stroh symbolisiert das erste Bett des Christkindes.

In Italien ist La Befana unterwegs, aber erst am 6. Januar. Diese Hexe bringt den braven Kindern Geschenke, den bösen steckt sie ein Stück Kohle in die Socke.

Island veröffentlicht mehr Bücher pro Person als jedes andere Land, üblicherweise zur Weihnachtszeit. Das nennt sich «Jólabókaflóð» zu Deutsch etwa «Weihnachtsbücherflut».

Im Kosovo ist Weihachten nichts für Langschläfer. Am ersten Weihnachtstag steht man um 5 Uhr auf und geht mit frischem Brot, Brezeln und Wein in den Garten, wo der Älteste einen grossen Kreis aus Stroh um die Familie herum und ein Kreuz in der Mitte aufschüttet.

Am Heiligen Abend zieht man in Lettland einen Eichenbalken von Haus zu Haus, der auf dem letzten Hof verbrannt wird, um das Übel zu vernichten und der Sonne neue Kraft zu geben.

Die orthodoxe Kirche in Mazedonien begeht Weihnachten am 7. Januar. An Heiligabend wird in der Familie ein Brotlaib geteilt, in dem eine Münze versteckt ist. Man glaubt, dass der Finder im nächsten Jahr Glück haben wird.

In Norwegen verstecken die Menschen zu Weihnachten ihre Besen - damit keine Hexen diese stehlen.

Die «Orchard Road», die berühmte Einkaufsstrasse, ist bereits von Anfang November bis Anfang Januar weihnachtlich dekoriert, denn Weihnachten ist auch in Singapur ein gesetzlicher Feiertag.

In den ländlichen Gebieten der Slowakei wirft der Hausherr an Weihnachten Teile seines Desserts an die Zimmerdecke. Je mehr von dem Pudding an der Decke kleben bleibt, desto glücklicher soll das folgende Jahr werden.

In Quebec und anderen frankophonen Gegenden braucht es Sitzleder. Beim «réveillon» gilt es, das Nachtessen in die Länge zu ziehen – mindestens bis Mitternacht.

Das kleine Rentier Rudolph wird wegen seiner roten Nase zunächst gehänselt, macht dann aber Karriere als Frontscheinwerfer. Der Song dazu ist mittlerweile ein Klassiker.

In Spanien ist Lotto angesagt: Die spanische Weihnachtslotterie namens «Sorteo de Navidad» (Ziehung am 22. Dezember) gilt, gemessen an der ausgespielten Gesamtsumme, als die grösste Lotterie der Welt.

In Katalonien gibt es die Tradition des Tió de Nadal. Der «Tió», ein grosser Holzklotz (eigentlich ein mit Geschenken gefüllter Korb), wird mit einem Tuch verdeckt. Dann wird mit Stöcken auf den Klotz eingeschlagen, damit dieser die Geschenke herausgibt.

Zum Unescoweltkulturerbe gehört Krampus, das haarige gehörnte Biest aus Österreich. Es geht mit dem Nikolaus auf Tour, um die bösen Kinder mitzunehmen und zu verspeisen.

In Bulgarien werden die Reste des Abendessens auf dem Tisch gelassen, damit die Geister der Verstorbenen auch etwas davon haben.

Wichteln hat in vielen Ländern Tradition. Besonders lustig ist das sogenannte Schrottwichteln, wobei man ein möglichst doofes aber trotzdem originelles Geschenk wählt.

In den USA feiert man X-mas. Auch wenn der Begriff relativ modern klingt, ist «X» schon seit Jahrhunderten als Abkürzung für «Christ» geläufig.

In den USA werden Traditionen von überallher vermischt. Der Yule Log kommt eigentlich aus Skandinavien. Der geweihte Holzblock wird an Heiligabend entzündet und bleibt bis zum Dreikönigstag im Kamin. Weil in New York City nicht jeder zu Hause ein grosses Holzscheit anzünden kann, hat dort eine TV-Sendung, in der man nichts anderes sieht als einen brennenden Holzklotz, grossen Erfolg.

Zweige spielen in der Weihnachtszeit eine grosse Rolle – seien es die Haselzweige, die man am Barbaratag (4. Dezember) schneidet, damit sie bis Heiligabend blühen oder der Mistelzweig, unter dem man sich in den USA küssen sollte, um ein Leben lang zusammen zu bleiben.

Magazin | Pink

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