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Zofingen: Die Chöre cantus firmus und SMW Frick sowie das Orchester argovia philharmonic liessen musikalische Dreieinigkeit erleben.

Irdische Musik mit himmlischem Klang

Die Gesamtleitung von Dieter Wagner spornte die Mitwirkenden zu himmlischen Leistungen an.  | Bild: Kurt Buchmüller

«Irdisch himmlisch» lautete das Thema des Konzertes des Projektchors Frick und des Chore cantus firmus, begleitet vom Orchester argovia philharmonic. Die Gesamtleitung von Dieter Wagner spornte die Mitwirkenden zu himmlischen Leistungen an.

28.05.2018 10:12, Kurt Buchmüller, 0 Kommentare

Am Anfang stand die Idee von Adrian Zinniker, eine Partnerschaft aus einem grossen Chor mit einem Sinfonieorchester zu bilden. Der grosse Chor entstand aus dem Zusammenschluss von „cantus firmus“ Zofingen mit dem Projektchor Frick mit insgesamt etwa 120 Sängerinnen und Sängern. Für den Orchesterpart stellte sich argovia philharmonic zur Verfügung; der Beweis, dass „Kulturkanton Aargau“ keine Worthülse ist. Diese Verbindungen machten es möglich, ein Programm aus Chorwerken mit Orchesterbegleitung zu gestalten. Solche sind verhältnismässig selten. Schliesslich fiel die Wahl auf Kompositionen von Johannes Brahms (1833-1897), Robert Schumann (1810-1856) und Edward Elmar (1857-1934). Das übergeordnete Thema «Himmlisch und Irdisch» findet sich in einem Gedicht des Romantikers Friedrich Hölderlin (1770-1843), worin es heisst: «Es schwinden, es fallen die leidenden Menschen blindlings von einer Stunde zur andern, wie Wasser von Klippe zu Klippe geworfen, jahrlang ins Ungewisse hinab». Versöhnlicher lauten die Worte in einem Gedicht von Friedrich Hebbel (1813-1863: «Quellende, schwellende Nacht, voll von Lichtern und Sternen in den ewigen Fernen, sage, was ist da erwacht?» Wer diese Texte vor Augen hatte, hörte in den Vertonungen sofort die inhaltliche Beziehung zwischen Wort und Vertonung heraus. In der Schauspielmusik zu Goethes «Egmont» von Ludwig van Beethoven (1770-1827) gibt es keine Worte. Die Interpretation der argovia philharmonic unter der Leitung von Dieter Wagner war so beredt, dass die Gefühlsbewegungen darin ohnehin hörbar waren. «Irdisch und Himmlisch» ausgelegt An das Irdische angebunden war die Einstudierung des Programms. Bei cantus firmus geschah dies durch Adrian Zinniker, beim Projektchor Frick und der argovia philharmonic durch Dieter Wagner. Himmlische Gestalt hatten die Einigkeit in Ausdrucksformulierung, Klangbildung und -schönheit, Nuancierung feinster Art sowie die Harmonie im Zusammenspiel. Brahms «Schicksalslied» opus 54 begann mit einem feierlich-ernsten Auftakt des Orchesters. Im gleichen Sinn fügte sich der Chor hinzu, zuerst die Frauenstimmen, gefolgt von jenen der Männer. Dann wechselten Chor und Orchester in dramatisch ausgemalte, erschütternde Akzente, immer dem Text folgend und dessen Aussagen auch musikalisch wahrnehmbar machend. Schumanns «Nachtlied» opus 108 war dem gegenüber vorerst entspannender, beruhigender Natur mit sphärischen Klangbildern der Streicher und weihevollen Partien des Chores. Der weitere Verlauf erhielt eine spannende Entwicklung voller Emotionen, der tiefsinnige Text wurde in ebenso gefühlsdichte Musik umgesetzt. Am Schluss versank das «Nachtlied» in einem hauchzarten Pizzicato der Streicher. Trauerspiel und Freude im Tanzlied In der Schauspielmusik «Egmont» treffen zwei Genies aufeinander: Goethe mit dem Drama dieses Namens und Beethoven mit seiner Musik dazu. Die Interpretation der argovia philharmonic unter der Stabführung von Dieter Wagner wurde zum nachhaltigen Musikerlebnis. Die Ouvertüre gab umfassend Einblick in das kommende Geschehen. Sie begann mit einem Akkord in der düsteren Trauertonart f-Moll, setzte sich fort mit feinsinnigen, lieblichen Passagen, wechselte zunehmend in das drängende und leidenschaftlich antreibende Hauptthema und schloss mit einem triumphalen Finale. Diesen Eigenheiten gab das Orchester ein faszinierendes, eindrückliches Abbild, angefeuert von der mitreissenden Körpersprache des Dirigenten, einmalig! Nach dieser spannungsvollen Auslegung eines irdischen Dramas mit himmlischer Musik folgte Entspannung mit «From the Bavarian Highlands» von Edvard Elgar (Musik) und Alice Elgar (Text). Darin wird mit Sang und Klang das folkloristische Szenarium der bayerischen Alpenwelt beschrieben, freudig illustriert von Chor und Orchester. Das Publikum erfasste die Qualität dieses Konzertes, spendete stehend Beifall und erhielt als Zugabe den Marsch «Pomp and circumstance».

Konzert | Zofingen

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