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Nicht, dass wir sie vermissen würden, aber....

Wo sind eigentlich die Wespen geblieben?

Wespe

 | Bild: Thinkstock

Eigentlich nerven sie. Aber sind sie nicht da, fragen wir uns, wo sie sind – die Wespen. Ende August schwirren sie wieder herum, sagen Experten.

17.08.2016 08:52, Denise Fricker/AZ, 0 Kommentare

Die Temperaturen sind sommerlich warm. Aus den Stadtgärten und von den Terrassen riecht es nach grilliertem Fleisch. Ein Duft, den nicht nur die Menschen lieben, sondern auch die Wespen. Aber in diesem Jahr glaubt man fast, die Wespen hätten ihre Geschmacksnerven verloren. Nichts kann sie locken. Ist es nur unser Gefühl oder fehlen dieses Jahr die gelb-schwarzen Tiere wirklich?

Gabi Müller von der Schädlingsbekämpfung der Stadt Zürich kann dieses Gefühl mit Zahlen belegen. Die Beratungsstelle der Stadt bekommt Meldungen von Personen aus der gesamten Deutschschweiz, die ein Wespennest bei sich entdeckt haben. Gemäss der Biologin sind dieses Jahr bis Anfang August 125 Meldungen bei der Stadt eingetroffen. «So wenige Meldungen gab es seit 2009 nicht mehr», sagt die Biologin. Letztes Jahr habe die Schädlingsbekämpfung im gleichen Zeitraum 310 Meldungen erhalten. Mehr als doppelt so viele also. Auch Sabine Mari, Projektleiterin bei Pro Natura, bestätigt das Fehlen der Wespen. Bei ihr hat sich von Juli bis Mitte August kein einziger besorgter Anrufer wegen eines Wespennests gemeldet.

Wenn der Frühling sie lockt 
Schuld ist das Wetter: Der Winter war zu mild, der Frühling zu kalt. Das sind sehr schlechte Voraussetzungen für die Wespen. Denn den Winter verbringen die Königinnen in Winterstarre, versteckt in einer frostfreien Ritze. Wenn der Winter zu warm ist, wie 2016, meinen die Wespenköniginnen, es sei bereits Frühling, und verlassen das Versteck. Wird es dann nochmals kalt, sterben die Königinnen und können kein neues Volk gründen. Das müssten sie aber, denn Wespenvölker leben nur eine Saison lang.

Aber nicht alle Königinnen lassen sich vom vermeintlichen Frühling verführen und fliegen zu früh aus ihrem Nest und sterben. Es gibt viele Königinnen, die den Winter in ihrem Versteck überleben. Zum Glück. Denn die Wespen spielen in der Natur eine wichtige Rolle. Sie fangen für ihre Larven lebende Insekten und Pflanzenschädlinge. Es sind lediglich zwei von sechs bei uns vorkommenden Wespenarten, die uns in den Sommermonaten belästigen. Die Deutsche Wespe und die Gemeine Wespe – sie ernähren ihre Brut auch von totem Fleisch. Etwa von unserem Schinken auf dem Gartentisch.

Die Königinnen, die den Winter überleben, bauen Anfang Mai ihr Nest an einem geschützten Ort und legen ihre Eier. Die fleissigen Königinnen machen am Anfang alles alleine: Die Nester bauen sie aus morschem Holz vermischt mit Speichel. In jede Zelle der Wabe legt die Königin ein Ei, aus welchen nach etwa fünf Tagen Larven schlüpfen. Übrigens weil die Waben mit der Öffnung nach unten im Nest hängen, reagieren die Wespen sehr aggressiv, wenn das Nest erschüttert wird. Denn wenn die Larven aus ihren Zellen fallen, können sie sterben.

Wenn kein Flug-Wetter herrscht 
Die kühlen Temperaturen im Frühling machten es den Königinnen schwer. Denn sie mussten ihre Larven mit Insekten füttern. «Ist es im Frühling kalt und regnerisch, kann die Wespenkönigin nicht ausfliegen und keine Insekten finden, um ihre Brut zu ernähren», sagt Müller. Das liegt daran, dass die Wespen wechselwarme Tiere sind.

Im Gegensatz zu uns Säugetieren, die immer dieselbe Körpertemperatur haben, ist die Körpertemperatur der Wespen gleich wie die Umgebungstemperatur, das heisst, sie wechselt. Da das Fliegen aber viel Energie braucht, muss der Stoffwechsel bei den Königinnen hoch sein, und dieser ist nur hoch, wenn die Temperaturen warm sind. So konnten in diesem kühlen und regnerischen Frühling viel weniger Königinnen ausfliegen und ihren Nachwuchs füttern.

Doch im Juli und August sind die Temperaturen gestiegen. Gute Bedingungen für die Wespen. So ist es möglich, dass die Völker, die bereits gegründet sind, bis Ende August noch wachsen. Dank dem warmen Wetter konnten die Königinnen ausfliegen und Insekten für ihre Larven finden. Aus den Larven schlüpfen ausgewachsene Wespen-Arbeiterinnen, welche der Königin beim Nestbau und Futterholen helfen.

Der Kreislauf kommt in Gang: Im Nest gibt es mehr Waben, so können mehr Arbeiterinnen schlüpfen und mehr Wespen fliegen herum. Das Wespenvolk, das von Frühling bis Herbst wächst, ist Ende August am grössten. So kann es also sein, dass die Wespen bald wieder beim Grillieren auf unserem Fleisch oder am Glasrand unserer Limonade sitzen.

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