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Letzte Vorstellungen Samstag 3.12. und Sonntag 4.12. im Theaterstudio Olten

Vorne B und hinten Eckmann

Die Dachschadengesellschaft zeigt im Oltner Theaterstudio mit Wolfgang Borcherts »Draussen vor der Tür« ein wahres Wechselbad der Gefühle.

03.12.2016 12:53, Michael E. Graber, 0 Kommentare

Die Geschichte ist eine traurige. Der deutsche Soldat Beckmann kehrt nach drei langen Jahren sibirischer Kriegsgefangenschaft in seine Heimatstadt Hamburg zurück, nur um festzustellen, dass es für ihn kein Nachhausekommen gibt. Die Eltern sind tot, die Frau hat einen anderen, nicht einmal die Elbe will ihn, als er sich in ihren Fluten das Leben nehmen will. Alle Versuche Beckmanns, irgendwo Fuss zu fassen, schlagen kümmerlich fehl. Denn das Nachkriegsdeutschland schreitet in grossen Schritten dem Wiederaufbau entgegen und will nur ungern von einem verspäteten Heimkehrer an die noch immer offenen Wunden im Fleisch und in den Köpfen erinnert werden.

Die Stückwahl ist interessant. Wolfgang Borchert war selber einer jener Kriegsversehrten, die an Geist und Körper litten. Er hat den Stücktext 1946/47 geschrieben und ist nur wenig später an den Folgen seiner Kriegsverletzungen gestorben. In einer Zeit, in der aus den Reihen gewählter Staatsoberhäupter die Frage zu vernehmen ist, wozu man denn eine Atombombe habe, wenn man sie nicht auch einsetze, ist die Auseinandersetzung mit dem Schrecken des Krieges nicht nur angebracht, sie ist geradezu zwingend. Der Text reflektiert Borcherts eigenes Leiden teils in bissigster Ironie und schwankt auf einem sehr schmalen Grat zwischen dem Komischen und dem Tragischen, ohne dabei aber vollends in die Groteske zu schlittern.

Diesem doppelten Gesicht eines äusserst schwierigen Stoffs wird die Umsetzung der Oltner Theaterformation Dachschadengesellschaft durch und durch gerecht. In der Inszenierung von Kerstin Schult  besetzen lediglich drei Frauen und zwei Männer sämtliche Rollen. Jakob Müller berührt als Beckmann mit seiner grotesken Gasmaskenbrille und dem steifen Bein abwechselnd das Herz und die Lachmuskeln. Nancy Uhlmann spielt mit Intensität und Präsenz die karottenkauende Frau Kramer, die fröstelnde Frau des Oberst und die wogende, wetternde Elbe höchst selbst, die den suizidalen Beckmann zu Beginn des Stücks wieder ausspuckt. Projektleiterin Carol Schafroth spielt nicht nur den impotenten, alten Gott, an den keiner mehr glaubt und der nichts ändern kann, sondern auch das lebensbejahende Alterego von Beckmann, das diesem immer wieder in trübster Nacht erscheint und ihn zum weiterleben anspornt, antreibt, anfleht. Christian Kissling verkörpert nebst dem Oberst, der die Verantwortung für die Kriegstoten nicht haben will und den hungernden Beckmann mit einem alten Anzug abspeisen will, auch noch den tuntigen Kabarettsdirektor und den Tod in Form eines fetten Bestatters und später in Form eines Strassenfegers. Ramona Noser spielt die beiden Mädchenrollen im Stück.

Die Inszenierung arbeitet mit Ton- und Filmsequenzen, die einerseits die Stimmung setzen, ohne aber das Spiel der Darsteller zu hindern, und die andererseits Figuren auftreten lassen, deren Präsenz in der fünfköpfigen Besetzung sonst logistisch unmöglich gewesen wäre. Gelegentliche, kleinere Holperer in technischen Abläufen oder der Diktion erinnern den aufmerksamen Zuschauer daran, dass es sich hier eigentlich nicht um eine professionelle Truppe handelt, sondern um sehr begabte und leidenschaftliche Amateure. Alles in allem ergibt sich aus dem intensiven Spiel und dem Einsatz der Projektionstechnik ein stimmiges Bild, das die Thematik nicht ohne Gelächter, aber gänzlich ohne Lächerlichkeit bearbeitet.

Noch heute und morgen Abend um 20:15 Uhr im Thetaerstudio Olten!

www.dsg-theater.ch

Ausgang | Bühne | Olten

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