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Fähnlifrässer

Porter - immobil

Reto Porter

 | Bild: ran

Ich bin heute 45 Jahre, zwei Monate und 17 Tage alt. Davon bin ich drei Jahre, 10 Monate und drei Tage Auto gefahren. Das muss reichen!

15.03.2018 17:30, schwe, 1 Kommentare

Alles andere könnt Ihr dem netten Brief, den ich dem Strassenverkehrsamt Aargau geschickt habe, entnehmen. Sorry, kürzer konnte ich mich nicht fassen! 

                                                                                                           
Brittnau, den 14.03.2018


Sehr geehrte Damen und Herren

Ich beziehe mich auf die Verfügung vom 2. März 2018 (PIN 84.772.491.114) und nehme gemäss Art. 23 Abs 1 SVG die Möglichkeit wahr, mich schriftlich zur Angelegenheit zu äussern.

Ich wurde am 2. Februar 2018 auf eine «Meldung» hin vor der Tür meines Arbeitsgebers (ZT Medien AG) kontrolliert und einem Alkohol- und Drogenschnelltest unterzogen. Der Drogenschnelltest ergab ein positives Ergebnis in Bezug auf Cannabis. Das ist illegal, ich weiss, und es zieht eine Busse und wahrscheinlich eine Geldstrafe nach sich, das ist mir bewusst. Ich werde nicht um Gnade oder Milde betteln, ich will Ihnen nur beschreiben, wie ich die ganze Sache empfinde.

Im Spital wurde ich von zwei Regionalpolizisten unverhältnismässig lange und immer wieder zu denselben Sachverhalten befragt. Da Sie diese Fragenkataloge sicherlich besser kennen als ich: Inwiefern sind Fragen wie «Aufenthaltsort Freunde?» (der protokollführende Polizist konnte mir leider auch nicht erklären, wie diese Frage wirklich zu verstehen ist) zielführend bei einem Verhör, in dem es um ein Verkehrsdelikt geht? Unter diesen ebenso zahlreichen wie sinnlosen Fragen, die man mir jeweils mindestens drei Mal stellte, war auch diese: «Nehmen Sie Medikamente?». Dumm und naiv, wie ich bin, antwortete ich wahrheitsgemäss, ich würde täglich ein Blutdruckmittel nehmen, betonte aber jedesmal, dass ich nicht unter Bluthochdruck leiden würde, sondern unter der seltenen Nierenkrankheit «Minimal Change», auf die sich die Einnahme eines Blutdrucksenker positiv auswirkt. Offenbar hielt es der Polizist nicht für nötig, dies verständlich im Protokoll festzuhalten. Wahrscheinlich war er viel zu sehr damit beschäftigt, mir jedes Wort im Mund umzudrehen, um mir daraus den dickstmöglichen Strick drehen zu können, jedenfalls lese ich nun in Ihrer Verfügung: 
«Liegen aus verkehrsmedizinischer Sicht andere, die Fahreignung ausschliessende Störungen (insbesondere hinsichtlich Bluthochdruck) vor?». Und weiter unten: «Da der Betroffene angibt, regelmässig ein Medikament gegen Bluthochdruck einzunehmen, muss die Fahreignung auch diesbezüglich abgeklärt werden.» Dumm gelaufen? Oder sieht so die gängige Praxis aus, dass man zusätzlich zum «Hauptdelikt» nach weiteren potentiellen Hindernissen für die Wiedererlangung des Führerscheins sucht? Oder nach weiteren Einnahmequellen für die Verkehrsmediziner?

Nach der zermürbenden Befragung tauchte ein junger Arzt in roten Turnschuhen auf, der die Frage klären sollte, ob ich unter akutem Cannabis-Einfluss stehe. Die Turnübungen, die mich der junge Mann mit geschlossenen Augen vollführen liess, hätte ich bei einem Vorstellungsgespräch beim Zirkus Knie vielleicht akzeptiert, in diesem Kontext allerdings nicht. Dass der Arzt, als ich ihn aufforderte, mir die Übungen vorzuführen, dieselben Probleme hatte wie ich, sagt ja eigentlich alles. Da man ihm vorgängig mitgeteilt hat, dass der Cannabis-Schnelltest positiv war, handelt es sich bei seinem Urteil nicht um eine einigermassen seriöse Diagnose, sondern vielmehr um eine selbsterfüllende Prophezeiung. Auf die ewige Legende von den «kleinen Pupillen» will ich gar nicht näher eingehen, das ganze Prozedere war einfach nur eine Farce.

Nun sollte ich mich, wie ich Ihrer Verfügung entnehme, einer «verkehrsmedizinischen Begutachtung» unterziehen, in der vordringlich die Frage «Liegt bei Oliver Mark Schweizer eine Betäubungsmittelsucht vor?» geklärt, bzw. die Auflagen für eine allfällige Wiedererteilung des Führerausweises festgelegt werden sollen. Bitte nehmen Sie es mir nicht übel, wenn ich befürchte, dass dieser Verkehrsmediziner ähnlich gut qualifiziert ist wie der Polizist, der mich ver-, oder besser gesagt überhört hat und der Spital-Arzt, der mich nach den Turnübungen noch gefühlte zehn Mal fragte, in welchem Kalenderjahr wir uns gerade befänden.

Wenn ich etwas nicht leiden kann, dann ist es Willkür, die als Recht (oder noch schlimmer: als Gerechtigkeit) getarnt daherkommt, für die ich nebenbei tausende von Franken bezahle. Sehen Sie, ich bin 45 Jahre alt, seit 14 Jahren verheiratet, habe keinerlei Vorstrafen – weder im Verkehr, noch bezüglich Betäubungsmittel. Ich habe noch nie einen Rappen Arbeitslosengeld bezogen, arbeite 100% und seit 11 Jahren beim selben Arbeitgeber. Nicht mal betrieben hat man mich in meinem Leben. Vielleicht können Sie daraus entnehmen, dass ich im Vollbesitz meiner geistigen und körperlichen Kräfte bin.

Ich denke nicht im Traum daran, mich den Launen eines Verkehrsmediziners oder gar –Psychologen auszusetzen (den setzen Sie ja bei den «Kiffern» dem Vernehmen nach ebenfalls gerne ein), der dann nach eigenem Gutdünken über meine Zukunft entscheidet. Ich gebe allerdings zu: Der Gedanke, mich von Ihrem «Experten» als schwer drogenabhängig einstufen zu lassen (was sicherlich kein Problem wäre), arbeitslos zu werden und künftig dem Staat auf der Tasche zu liegen, statt jährlich 10‘000 Franken Steuern abzuliefern, mit denen ich solch hirnrissigen Verhältnisblödsinn noch mitfinanziere, erscheint mir in den letzten Wochen immer reizvoller…

Langer Rede kurzer Sinn: ich habe mit 41 Jahren meinen Führerschein im Rahmen einer Serie für das Zofinger Tagblatt gemacht (davon können Sie sich auf www.portermobil.ch, überzeugen), zu der mich mein Chef in jahrelanger Schwerarbeit überreden musste. Motiviert war ich nie, das Autofahren in diesem Land macht mir vier Jahre nach der Fahrprüfung noch etwa gleich viel Spass wie Rasenmähen. Meinen Führerschein dürfen Sie deshalb behalten und es meinetwegen als Erfolg verbuchen, dass Sie die Schweizer Strassen (noch) sicherer gemacht haben!

Und weil das jetzt alles etwas gehässig und frustriert geklungen hat, das Positive zum Schluss: Danke, dass Sie mir meine Freiheit wieder zurückgegeben und mich von meiner grenzenlosen Faulheit, die mit jedem Jahr Autofahren schlimmer wurde, befreit haben!

Über eine Antwort in «normaler Menschensprache» (mit der «Juristensprache» tue ich mich leider nach wie vor etwas schwer) würde ich mich freuen.

Ich grüsse Sie freundlich,

Oliver Mark Schweizer

Fähnlifrässer | Portermobil | Zofingen

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Kommentare (1)

Don Pollo | am 09.04.2018 um 15:02 Uhr
Kam hier eigentlich mal eine (veröffentlichbare) Antwort des STVA Aargau?


Die 50er Jahre kommen zurück - mit einem Event der Extraklasse Let's Rock'n'Roll! Am Samstag, 21. April, ab 10 Uhr startet die erste Ausgabe des 50's Rocket in der Mehrzweckhalle in Zofingen. Sonntag, 8. April, 18 Uhr, Chuchifabrik Blues-Rock in der Chuchifabrik Die Band «RaveUp» ist am Sonntag zu Gast in der Chuchifabrik. Türöffnung ist um 18 Uhr. Musik & Theater: Donnerstag, 22. März, 20 Uhr Kein Eiertanz, dafür hitzige Diskussionen Geächtet (Disgraced), 2013 ausgezeichnet mit dem Pulitzer-Preis für Theater, gastiert bei Musik & Theater Zofingen. Das Schauspiel von Ayad Akthar bringt Menschen unterschiedlicher Glaubensrichtungen zu einem Abendessen zusammen. Loris Peloso Trio in der Bar Roma (da Vito, Römerbad) in Zofingen Blues, Jazz & Latin Der jazzclub-zofingen organisiert mit dem Team da Vito in der Bar „Roma“ am Freitag, 23. März, ab 20.30 Uhr ein Jazz-Konzert. Zofingen, Stadtsaal, Dienstag, 20. März, 15 und 19 Uhr Schauspiel in Englischer Sprache: Romeo and Juliet Romeo and Juliet, die wohl berühmteste Liebesgeschichte und gleichzeitig Tragödie einer heftigen Auseinandersetzung zweier verfeindeter Familien, ist am Dienstag, 20. März, im Stadtsaal Zofingen zu sehen. Der Gewerbeverein Zofingen und der Verband Wirtschaft Region Zofingen lud zum dritten Mal gemeinsam in den Stadtsaal ein. Der Tanz in den Frühling Der jährlich stattfindende Frühlingsball im Stadtsaal erfreut sich seit Jahren an einer grossen Beliebtheit. Rund 100 Gäste folgten der Einladung des Gewerbevereins Zofingen und dem Verband Wirtschaft Region Zofingen. Im frühlingshaft dekorierten Saal stehen grundsätzlich Geselligkeit und Tanz im Vordergrund. Medienmitteilung des Stadtrates Zofingen Annina Maria Beck wird Leiterin Kultur und Stadtbibliothek Annina Maria Beck aus Bern übernimmt Mitte Juni 2018 die Leitung des Bereichs Kultur/ Stadtbibliothek der Stadt Zofingen. Von Rag’n’Bone Man über Macklemore bis James Blunt Heitere 2018: Vielfalt ist Trumpf Die 28. Ausgabe des Heitere Open Air wartet einmal mehr mit einem musikalisch sehr vielseitigen Programm mit internationalen Headlinern und vielen national bekannten Künstlern auf. Frauenpower, Trip-Hop und Mundartrock an der Magic Night 2018 Knallbunter Musik-Mix Anastacia und Gianna Nannini, Morcheeba und Span - die Magic Night wird ihrem Namen auch 2018 wieder gerecht. Fähnlifrässer Nur das Verbieten ist noch nicht verboten
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Gesucht Patienten für Studienteilnahme

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DAO TCM Zofingen, Silvana Fasano-Marrer Tel. 062 212 28 48

Eintritt: kostenlos

Website: www.dao-tcm-ch

Lokalität:
DAO Traditionelle Chinesische Medizin
Hintere Hauptgasse 9
4800 Zofingen
www.dao-tcm.ch
info@dao-tcm.ch

Veranstalter:
DAO Traditionelle Chinesische Medizin
Hintere Hauptgasse 9
4800 Zofingen

www.dao-tcm.ch
info@dao-tcm.ch

Blüten und Knospen auf St. Urban’s Orgeln Pfaffnau
Konzerte

17:00 - 18:30 Uhr «Orgelkonzert»

Rainer Walker auf St. Urbans Orgeln

Kontakt:
www.grenzklang.ch

Eintritt: 25.-

Website: www.grenzklang.ch

Lokalität:
Klosterkiche St. Urban

6264 Pfaffnau

Veranstalter:
Grenzklang
Busswilstrasse 8
4917 Busswil b.Melchnau

www.grenzklang.ch
grenzklang@gmx.ch