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Ausstellung neoscope 18 noch bis 10. Juni im Kunsthaus Zofingen

Filme und Archivmaterial von zofiscope 1974

Alex Dorici bei seiner Arbeit an den Scotch Drawings.

Alex Dorici bei seiner Arbeit an den Scotch Drawings.  | Bild: zvg

Im Herbst 2017 fand der Auftakt zur dreiteiligen Ausstellungsreihe neoscope statt, die nun in die zweite Runde geht.

09.05.2018 11:12, Claudia Waldner, 0 Kommentare

Junge Kunstschaffende lassen sich vom «zofiscope», das 1974 in Zofingen stattfand, inspirieren. Das «zofiscope» war ein Kultur- und Kunstereignis, welches das gemeinsame Praktizieren von verschiedenen Kunst- und Kulturformen unter dem Titel «Die Stadt als Gestaltungsfeld künstlerischer und kreativer Entfaltung» in Zofingen zelebrierte. Der Fundus und das Thema von 1974 sind als Inspiration zu verstehen. Die Auseinandersetzung zeigt Parallelen und Unterschiede in Sicht- und Arbeitsweisen für heutige junge Kunstschaffende.

Der Fokus der jungen Kunstreihe liegt dieses Jahr auf Rhythmus und Klang sowie gesellschaftlichen Strukturen und deren Veränderungen. In den Arbeiten geht es um Heldentum und Niederlage, Realität und Fiktion, Stadt und Natur. Gesellschaft und Vielseitigkeit einer Kleinstadt stehen im Vordergrund. Schnittstelle ist die Kommunikation zwischen dem Kunsthaus und dem öffentlichen Raum. Im Rahmen der neoscope-Reihe entsteht jeweils ein eintägiger Performance-Anlass. Einige der dieses Jahr ausstellenden Künstlerinnen und Künstler bei neoscope18 sind zugleich aktiv am Performance-Fenster beteiligt.

Zu den KünstlerInnen der neoscope 18

Die Künstler Daniel Bracher (*1971) und Andi Hofmann (*1977) wagen in einer live Inszenierung mit ihrem multimedialem historischem Ritual «Insight Thut» 2018 eine zeitkritische Hinterfragung rund um den Mythos des Stadtpatrons. Mit satirischer Würze und einem Augenzwinkern greifen sie die Legende um das Verschlingen der Stadtfahne auf und tauchen in Niklaus Thuts Innerstes ein. Sie durchleuchten hierbei nicht nur den Verdauungstrakt, sondern hinterfragen auch das zerrissene Innenleben des Helden. Heimliche Wünsche, kriegerische Freuden, kindliche Ängste oder «antiheldische» Unsicherheiten einer Seelenfahrt werden freigelegt. Die Rolle des Thut übernimmt hierbei der Kolumnist (Fähnlifrässer) Oliver Schweizer. Die Inszenierung wird musikalisch mit einer neu interpretierten Version des Zofinger Fahnenmarsches begleitet. Der Schlagzeuger und Soundtüftler Alessandro Giannelli (Egopusher) sorgt für den entsprechenden Rhythmus und die Spezialeffekte, während der Sitarspieler Roger Odermatt (MONOH) den Fahnenmarsch mit orientalischen Klängen ausschmückt.

 

Faszinierend ist der Blick auf die fotografische Arbeit «White out / Wald» 2013 von Daniel Bracher. Ein reales Waldstück, dem scheinbar die Farbe entzogen wurde, wird zu einem surrealen Abbild. Nicht durch digitale Bildbearbeitung verlor die Natur die Farbe, sondern weil fast eine Vierteltonne natürliche, auf Kreide basierende Farbe verbraucht wurde, um ein Waldstück so zu gestalten, dass es durch die Farbe weiss, nicht farblos, aber „unbunt“ wurde.

 

Im neuen Werk «THUTHAUS / White out» 2018 des jungen Künstlers steht im prunkvollen, abgedunkelten Saal im Kunsthaus Zofingen ein Strohhaus mit Raster. Durch dieses dringt ein starkes Licht in den Raum nach aussen. Das Innere des Strohhauses ist nur durch eine kleine Öffnung sichtbar und zeigt einen lichtdurchfluteten Raum, in dem der weisse Niklaus Thut vor einem leerem Teller sitzt.

 

Ein weiteres aktuelles Werk «Breathing Guns» 2018 zeigt zwei atmende Pistolen im Dialog. Zwischen den beiden Waffen stehen Latexballone, die sich jeweils gegenseitig anziehen und abstossen.

 

Um den Atem, die Geräusche und Rhythmen einer Stadt und Gesellschaft, in Stimmen und Instrumente übersetzt, geht es in dem komplexen Stück «Glossolalie», nach Dieter Schnebel. Dieses wurde während dem zofiscope 1974 unter der Leitung von Werner Bärtschi mit Laien aus Zofingen grandios umgesetzt.

Die Künstlerin Serena Amrein (*1964) liess sich inspirieren durch die alte Tonbandaufnahme von «Glossolalie» (8.Juni 1974, Gemeindeschulhaus Zofingen) sowie den Partituren der damals Beteiligten. Für die Ausstellung neoscope18 entsteht vor Ort eine 11 Meter lange Wandarbeit. Die Künstlerin verbindet in dieser Zeichnung die Komposition der Tonaufnahmen von 1974 mit den aktuellen Stadtgeräuschen und setzt diese in einer eignen zeichnerischen Partitur um.

 

Auch die beiden Künstlerinnen Tanja Baltermia (*1993) und Maria Bänziger (*1984)

setzen sich mit den musikalischen Teilen der damaligen zofiscope74 auseinander.

Auf Lochkarten haben sie für ihre partizipative Installation «Drehmoment» neue Stücke interpretiert, inspiriert durch das «Glossolalie» und von der Musik Bruno Spoerris. Vom physikalischen Begriff des Drehmomentes abgeleitet, wird die Bewegung und Kraft, die von der Drehbewegung an den Spieluhren entsteht, transformiert. Die Musik wird anschliessend verstärkt und weiterentwickelt in einen anderen Teil des Raumes geleitet.

 

Der Kurzfilm «Apartment 9« von Miriam Ernst und Andi Hofmann reflektiert in einer Traumwelt Fragen rund um Realität und Illusion, Selbst- und Fremdwahrnehmung. Im Spannungsfeld zwischen «verrückt» und «normal» setzt sich der Film experimentell mit psychischen Grenzerfahrungen auseinander und tippt pointiert aktuelle Themen aus unserer Alltags- und Arbeitswelt an. Im Rahmen der Ausstellung «neoscope 18» im Kunsthaus Zofingen wird die Filmszenerie – ein kleines Apartment 9 mit Monitor – nachgebaut. So wird den Besuchenden die Grenzerfahrung angeboten, in den surrealen Kurzfilm einzutauchen.

 

Eine kraftvolle Studie über die Interaktion zwischen dem menschlichen Dasein und dem hierfür existierenden Raum zeigt auch der Animationsfilm «Der Plattenspieler« der Künstlergruppe Parabox (Martin Anner, Daniel Armbruster, Michael Bouvard, Andi Hofmann, Elia Marinucci, Elias Ressegatti).

Der in Lugano lebende Künstler Alex Dorici (*1979) zeigt mit «Scotch Drawing» seine Zeichentechnik, die mit Klebeband gemacht wird als Intervention in den öffentlichen Raum. Er nimmt architektonische Vorlagen und setzt die städtischen Flächen neu an für seine Kompositionen. Neben diesen Zeichnungen mit Scotch Tapes entsteht eine dreidimensionale Rauminstallation aus Seilen. Das Werk macht den Zugang zur Ausstellung zu einem aktiven Erlebnis. Indem man sich durch die Installation, die von aussen durch das Fenster einsehbar ist, bewegen muss, wird man Teil derselben. Ein Netz-Werk, das tagsüber weiss in weiss gehalten ist und nachts nach aussen fluoreszierend eine andere Lebendigkeit ausstrahlt.

 

«Living Fabrics» ist eine textile Installation der Künstlerin Nesa Gschwend (*1959), die über Jahre entwickelt wird. In partizipativen Performances haben Personen aus allen sozialen Schichten und verschiedenen Nationen an dem Prozess teilgenommen. Bis Ende 2017 waren es über 1000 Personen aus mehr als 40 Nationen. Daraus entstehen und entstanden durch die Künstler Objekte, die durch die gebrauchten Kleider und die Stiche an die beteiligten Personen erinnern und auch Bezug nehmen zur Teppichkultur. Der Teppich als ursprünglich nomadisches Objekt, verbindet nicht nur Menschen und Räume miteinander, sondern als Kulturgut auch Ost und West, Süd und Nord. Jeder, der Interesse hat, kann sich daran beteiligen und sein gestickter Teil wandert anschliessend weiter nach Georgien, Indien und andere Länder. Die Installation wird Ende 2018 in Delhi (noch nicht im vollen Umfang) und 2020 in Genf zu den Human-Rights-Konferenzen ausgestellt werden.

 

Für den Bündner Künstler Christian Ratti (*1974) scheint es keine Grenzen zu geben, zumindest keine gedanklichen. Er setzt sich am liebsten mit realen, nicht musealen Orten und Lebenssituationen auseinander; sowohl in seinen Interventionen wie auch bei seinen Führungen, die integraler Bestandteil seiner künstlerischen Arbeit sind. Er wird im Rahmen vom Performance-Fenster II einen Dolologischen Spaziergang durchführen. Eine Altstadtführung mit Augenmerk auf Kanal- und Schachtdeckel. In diesem Rundgang werden vorhandene und mitgebrachte Dolendeckel gezeigt und verglichen. Spuren und Requisiten von diesem Rundgang sind im Kunsthaus als Installation zu sehen.

 

Die Walliser Performance-Künstlerin Joëlle Valterio (* 1975) wird eine diskrete poetische Aktion im öffentlichen Raum über einen längeren Zeitraum (von Vernissage bis zum Performance-Fenster) durchführen. Es werden Spuren und Abdrücke von Objekten und ihrem jeweiligen Körper mittels Papier in der Altstadt gesammelt und die leeren Hüllen der Gegenstände und ihre „Verkleidungen“ bleiben anschliessend im Kunsthaus als wachsende und veränderte Installation zurück.

Alle Informationen über Öffnungszeiten und Events unter www.kunsthauszofingen.ch

Kultur | Kunst | Zofingen

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