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Schon mal etwas von «gender-doing» gehört?

Gemüsefrauen und Fleischmänner

Genmüsemann

Männer essen anders als Frauen: Sind dafür Rollenklischees oder evolutionäre Mechanismen verantwortlich?

15.04.2017 15:25, Juliette Irmer/AZ, 0 Kommentare

Fangen wir mit einem kleinen Test an: Ordnen Sie folgende Lebensmittel Männern oder Frauen zu: Steak, Gemüsequiche, Bier, YogiTee, Schweinshaxe, Früchtequark.

Kinderleicht? Kein Wunder, denn Männer und Frauen essen tatsächlich unterschiedlich, das belegen zahlreiche Studien. Eine der grössten ist die Nationale Verzehrstudie II von 2008, bei der fast 20 000 Männer und Frauen in Deutschland befragt wurden: Danach essen Männer fast doppelt so viel Fleisch und Wurst wie Frauen, während diese Obst, Gemüse, Joghurt und Salat vorziehen. Auch finden sich über alle Studien hinweg etwa doppelt so viele Vegetarierinnen wie Vegetarier. Aber warum gibt es überhaupt unterschiedliche Essensvorlieben bei Mann und Frau? Und sind diese genetisch verankert oder durch Kultur und Erziehung geprägt?

Soziologen sind vom «gender-doing» überzeugt: Männer essen demnach Fleisch, um zu zeigen, dass sie Männer sind. «So lernen Jungs von klein auf, dass Fleisch gross und stark macht», sagt die Ernährungswissenschafterin Christine Brombach von der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften und folgert: «Unser Essverhalten ist sozial konstruiert.»

Vom Fleisch zum Sex
Fleisch ist dabei das symbolträchtigste aller Lebensmittel: «Es steht für Kraft und Virilität und verkörpert die dominante Stellung des Mannes», sagt Brombach. Der Hausherr residierte früher am Ende des Tisches, wurde als erster bedient und bekam das beste Bratenstück. In allen Kulturen ist Fleisch kostbar und untrennbar mit Männlichkeit verbunden: Bevor der Mensch vor rund 10 000 Jahren sesshaft wurde, musste er jagen, um Fleisch zu essen – und Jäger waren und sind bis heute – meist Männer.

Mann und Frau unterscheiden sich aber nicht nur bei der Speisewahl. «Männer essen grössere Portionen, beissen herzhaft zu, kauen schneller und kraftvoller», sagt Brombach. Als männlich gelten auch scharfes Essen sowie das Trinken aus der Flasche. Auch Frauen unterstreichen ihre Weiblichkeit durch ihr Verhalten: «Sie essen kleinere Portionen, kauen langsamer und nippen am Weinglas», sagt Brombach. Wie stark solche archaischen Rollenmuster sind, zeigt sich besonders gut im Sommer: Grillieren ist Männersache, gerne mit einem Bier in der Hand. Den Salat bereiten die Frauen zu.

Weltweit ernähren sich Frauen tendenziell gesundheitsbewusster, fand eine Studie heraus, die das Essverhalten in 23 Ländern untersuchte. Globalisierung bedeutet also auch: weltweit das gleiche Schönheitsideal, das Frauen antreibt, Kalorien zu sparen. Im besten Fall ernähren sie sich dadurch gesünder, im schlimmsten Fall werden sie krank: «Frauen sorgen sich stärker um ihre Figur, sind generell unzufriedener mit ihrem Gewicht und versuchen häufiger abzunehmen», sagt Brombach. Essen ist für sie oft ein zweischneidiges Schwert, und das Problem fängt schon in jungen Jahren an. Die Folge: Mädchen erkranken häufiger an Essstörungen wie Bulimie und Magersucht.

«Männer essen insgesamt lustbetonter, und ihr Verhältnis zum Essen ist unkomplizierter», sagt Brombach. Entsprechend sind sie auch häufiger übergewichtig, als Frauen – nur stört es sie weniger. Um unser heutiges Verhalten zu verstehen, schauen Biologen gern in die Vergangenheit. Nun kann aber niemand wissen, ob Männer schon damals lieber Fleisch assen – aber man kann heute noch traditionell lebende Völker studieren. So fand Colette Berbesque, Anthropologin an der Roehampton University in London, heraus, dass auch die Hazda aus Tansania unterschiedliche Nahrungsvorlieben haben: Männer essen am liebsten Honig, gefolgt von Fleisch, Wurzeln und Beeren; Frauen am liebsten Honig, Beeren, Wurzeln, Fleisch.

Berbesque hat dafür verschiedene Erklärungen. Bei der evolutionären geht es, vereinfacht gesagt, um den Fortpflanzungserfolg: Das menschliche Verhalten ist darauf optimiert, die eigenen Gene weiterzugeben. Da Hazda-Männer bei der Jagd selten erfolgreich sind, ist Fleisch keine zuverlässige Nahrungsquelle. Frauen setzen deswegen auf weniger energiereiche Nahrung, die aber verlässlich ergiebig ist. Zum einen, um ihre Fettreserven zu bewahren und damit ihre Fruchtbarkeit, zum anderen, um ihre Kinder zuverlässig versorgen zu können. Männer hingegen setzen auf Fleisch und sichern sich damit das Wohlwollen, also die Paarungsbereitschaft der Frauen, denn auch Frauen mögen Fleisch.

Schaut man auf unseren nächsten Verwandten, findet man bemerkenswerte Parallelen: Bei Schimpansen sind Termiten oder Fleisch willkommene Leckerbissen, die Männchen häufiger essen als Weibchen, aber gerne mit ihnen teilen: «Dadurch können sie die Gunst der Weibchen gewinnen und später, wenn diese fortpflanzungsbereit sind, in Kopulationen ummünzen», sagt Roman Wittig vom Max-Planck-Institut für evolutionäre Anthropologie in Leipzig.

Lernen vom Milch-Gen
Berbesques zweite Erklärung ist physiologischer Natur: «Womöglich haben die Geschlechter einfach einen unterschiedlichen Nahrungsbedarf.» Für diese Theorie spricht, dass sich Männer und Frauen in allen ethnischen Gruppen in ihrem Körperbau unterscheiden. Männer sind im Durchschnitt grösser, haben mehr Muskelmasse und benötigen mehr Kilokalorien (kcal) pro Tag als Frauen. Bei einem Bürojob etwa reichen ihnen 2400 kcal pro Tag, Frauen 1900 kcal. Obwohl Frauen im Durchschnitt weniger Kalorien zu sich nehmen, haben sie einen höheren Körperfettanteil – denn sie bekommen die Kinder, und dafür braucht es Energie.

Ob uns beim Griff zu Steak oder Salat die Kultur oder die Biologie stärker beeinflusst – ist ungewiss. Folgendes Beispiel kommt der Wahrheit wohl am nächsten: Vor rund 7500 Jahren, also ein paar tausend Jahre, nachdem der Mensch sesshaft wurde und Kühe und Schafe hielt, mutierte ein Gen: Die Menschen vertrugen plötzlich auch als Erwachsene Milch – was bis dahin Säuglingen vorbehalten war. Das veränderte Gen bot einen Überlebensvorteil, denn Milch ist nahrhaft, und so verbreitete es sich – evolutionär betrachtet – extrem schnell nach West- und Nordeuropa aus, wo heute 90 Prozent der Bevölkerung Milch vertragen. Und die Lehre der Geschichte? Kultur und Biologie des Menschen sind untrennbar miteinander verwoben.

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19.08.2017 Kunstmarkt Zofingen
Ausstellungen/Messen

09:00 - 18:00 Uhr

Besuchen Sie den 20. Zofinger Kunstmarkt. Künstlerinnen und Künstler zeigen ihre Werke in den Zofinger Alstadtgassen.

Eintritt: Eintritt frei. Herzlich Willkommen!

Website: www.kunstmarkt-zofingen.ch

Lokalität:
Altstadt
Altstadt Zofingen
4800 Zofingen

Veranstalter:
Kunstmarkt Zofingen
Mühlethalstrasse 24
4800 Zofingen
T 062 752 00 00
www.kunstmarkt-zofingen.ch

Sonderausstellung Zofingen
Ausstellungen/Messen

09:00 - 18:00 Uhr

Die Sonderausstellung zum 20. Kunstmarkt ist in der Galerie Pitsch Geissbühler. Treue Künstler des Kunstmarktes sowie bekannte Künstler der Region zeigen ihre Werke.

Eintritt: Eintritt frei. Herzlich Willkommen!

Website: www.galerie-rahmenatelier.ch

Lokalität:
Galerie Rahmenatelier Pitsch Geissbühler
Bärengasse 6
4800 Zofingen

Veranstalter:
Galerie Rahmenatelier Pitsch Geissbühler
Bärengasse 6
4800 Zofingen
T 062 752 00 00
www.galerie-rahmenatelier.ch

Tage der offenen Tür Glashütten
Anderes

09:00 - 17:00 Uhr «Tage der offenen Tür»

Bonsai-Begeisterung auf dem Bauernhof Bonsai-Ausstellung

Kontakt:
Kusi Schweizer

Eintritt: kostenlos

Website: www.bonsaimacher.ch

Lokalität:
Schweizer
Grubenstrasse 2, Balzenwil
4856 Glashütten
www.bonsaimacher.ch
schweba@gmx.ch

Veranstalter:
Kusi Schweizer
Grubenstrasse 2, Balzenwil
4856 Glashütten

www.bonsaimacher.ch

Fest im Falkenhof Aarburg
Partys/Feste

10:00 - 17:00 Uhr «Fest im Falkenhof»

Das Seniorenzentrum Falkenhof feiert ein Fest für Jung und Alt mit einem vielfältigen Angebot. Sie sind herzlich willkommen.

Kontakt:
www.falkenhof.ch

Eintritt: frei

Website: www.falkenhof.ch

Lokalität:
Alters- und Pflegeheim Falkenhof
Frohburgstr. 69
4663 Aarburg

Veranstalter:
Alters- und Pflegeheim Falkenhof
Frohburgstrasse 69
4663 Aarburg
T 062 787 11 11
www.falkenhof.ch

Essenzen - Apéro mit Rosa Lorenzo Eppenberg
Ausstellungen/Messen

13:30 - 17:00 Uhr «Kunstausstellung Rosa Lor»

Die Essenz der vier Elemente – Feuer, Wasser, Erde und Luft – in Bitumen Mischtechnik extrahiert in den Licht durchfluteten Räumlichkeiten der Vinothek „Vinamici“ präsentiert.

Kontakt:
Rosa Lorenzo - Mobile 079 227 62 08

Eintritt: freier Eintritt

Website: www.morfeo-art.com

Lokalität:
Vinamici
Gösgerstrasse 13
5012 Eppenberg
www.vinamici.ch
steiner.andre@vinamici.ch

Veranstalter:
Morfeo-Art / Rosa Lorenzo
Im Römerquartier 2
4800 Zofingen

www.morfeo-art.com
morfeo@morfeo-art.com

Brocki Zofingen Zofingen
Anderes

14:00 - 16:00 Uhr

Verkauf von Geschirr, Kleidern, Büchern und vielem mehr.

Kontakt:
Kost Laura laura.kost@swissonline.ch

Lokalität:
Brockenstube des Gemeinnützigen Frauenvereins
Obere Promenade 11
4800 Zofingen

Veranstalter:
Gemeinnütziger Frauenverein

4800 Zofingen

Gruebe-Brocki Brittnau
Anderes

10:00 - 11:30 Uhr
14:00 - 16:30 Uhr

Brocki des Gemeinnützigen Frauenvereins

Lokalität:
Multisammelstelle
Feld
4805 Brittnau

Veranstalter:
Gemeinnütziger Frauenverein Brittnau

4805 Brittnau

Märchenstadt Zofingen Zofingen
Theater/Varieté

15:00 - 15:45 Uhr «Märchenstadt Zofingen»

Märchen für Kinder und Erwachsene werden frei erzählt in verschiedenen "Piazza"-Läden.

Kontakt:
079 652 16 54

Eintritt: Kollekte

Website: www.piazza-zofingen.ch und www.märchenspinnereien.ch und Th. Wüthrich, Märlisuppe, Lenzburg

Lokalität:
Piazza-Studio
Vordere Hauptgasse 43
4800 Zofingen
www.piazza-zofingen.ch
altstadt@piazza-zofingen.ch

Veranstalter:
PIAZZA - pro innovative aktivitäten zur zofinger altstadt
Postfach 1024
4800 Zofingen
T 079 102 69 33
www.piazza-zofingen.ch

neoscope 17: Vernissage Zofingen
Ausstellungen/Messen

17:00 - 18:30 Uhr «Vernissage»

Mit neoscope startet eine dreiteilige Ausstellungsreihe im Kunsthaus Zofingen und endet 2019. Es werden junge Kunstschaffende eingeladen, sich mit dem Thema zofiscope 74 auseinanderzusetzen.

Kontakt:
info@kunsthauszofingen.ch

Eintritt: frei / Kollekte

Website: www.kunsthauszofingen.ch

Lokalität:
Kunsthaus Zofingen
General Guisan-Strasse 12
4800 Zofingen

Veranstalter:
Kunsthaus Zofingen
General Guisan-Strasse 12
4800 Zofingen
T 062 751 48 29
www.kunsthauszofingen.ch

Whisky & Cigares Oberkirch LU
Anderes

18:00 - 21:00 Uhr «Whisky & Cigares»

Degustation von Whisky und Zigarren.

Eintritt: 60.- pro Person

Website: http://www.baulueuet.ch/

Lokalität:
Baulüüt
Leidenbergstrasse
6208 Oberkirch LU

Veranstalter:
Baulüüt
Leidenbergstrasse
6208 Oberkirch LU