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Musik & Theater Zofingen startete erfolgreich ins Jubiläumsjahr

Finanztussi trifft auf Theaterheini

Harmonierten auf der Bühne hervorragend: Andrea Zogg als alternder Schauspieler und Danielle Green als Finanzberaterin.

 | Bild: Günter Zimmermann

Ein Theater über ein Theater - das ist nicht nur amüsant, sondern bei «Die Besetzung» fantastisch.

05.11.2016 11:28, guez, 0 Kommentare

Zur Eröffnung der 75. Saison brachte Musik & Theater Zofingen ein Stück auf die Stadtsaal-Bühne, das eine absolute Aktualität innehat: Eine Stadt muss sparen und natürlich trifft es zuerst die Kultur. Präziser: das Stadttheater. Doch will dies der alternde Schauspieler Joachim Albrecht nicht einfach so hinnehmen und liefert sich mit Paula Völlmer, welche die Beratungsfirma vertritt, die der Stadt radikale finanzielle Einschnitte vorschlagen will, ein Duell der Sonderklasse.

«Die Besetzung» aus der spitzen Feder des Schweizer Starautors Charles Lewinsky beinhaltet hauptsächlich eine derbe Portion Zynismus. Wenn die Finanztussi auf den Theaterheini trifft, dann wird nicht nur offenherzig geflucht und verdammt, selbst eine Pistole erhält ihren Auftritt – ohne dass diese natürlich todbringende Wirkung zeigte. Denn wie jedes Requisit, welches Albrecht aus dem Fundus holte, war sie Theater-Utopie. Eine jener Utopien, wie sie in der Theaterwelt zuhauf vorkommen und mit denen die Finanzjongleurin selbstverständlich gar nichts anfangen kann. «Mit Zahlen kann man nicht diskutieren», repetierte sie und machte damit von Anfang an klar, dass des Theaters Lebenszeit abgelaufen ist.

Persönliche Demütigung
So realistisch das Szenario, so fantastisch auch die Protagonisten in Person von Andrea Zogg (u.a. «Schellen-Ursli», «Reise der Hoffnung», «Sennentuntschi») als Joachim Albrecht und Danielle Green («Hamlet», «Kabale und Liebe») als Paula Völlmer. Charles Lewinsky scheint den beiden die Rollen auf den Leib geschrieben zu haben, dermassen gehen sie in ihnen auf. Es ist eine wahre Hassliebe, die auf der Bühne stattfindet, mal aggressiv laut, mal schon fast die Romantik herausfordernd. So ist «Die Besetzung» nicht nur ein kulturpolitisches Stück, sondern es befasst sich auch mit der Geschlechter- und Generationenfrage. Wenn die junge Frau plötzlich die Macht über den alten Herrn innehat, ist dies für Zweiteren nicht nur aufgrund des drohenden Endes seines Theaters bitter, sondern auch persönlich demütigend. Man sah es ihm zu jeder Zeit an.

Das Stück bot immer wieder auch Reminiszenzen an Theaterklassiker, wie etwa an «Hamlet» oder die Werke Friedrich Schillers. Und der über der Szenerie hängende Kronleuchter erinnerte stets an das Schwert des Damokles, welches bedrohlich schwer über dem Theater schwebte. Ein Theater über ein Theater, welches sich frech an anderen Theatern bedient – auf eine solche Idee muss man erst kommen und diese dann in unterhaltsame, spannende Form bringen – Charles Lewinsky ist dies bei «Die Besetzung» hervorragend gelungen.

Fiktion versus Realität
Wie Cécile Vilas, Leiterin Musik & Theater sowie der Zofinger Kulturstelle, zu Begrüssung hinwies, kann wohl jede grössere Stadt Parallelen zum Stück ziehen. Sparprogramme haben gerade Hochkonjunktur und die Kultur ist dabei auffallend oft als Erstes betroffen. «Sie haben doch keine Ahnung vom Theater, entscheiden aber über uns», enerviert sich Albrecht im Stück. «Sie führen einen Kampf, den Sie nicht gewinnen können», entgegnet Völlmer – und lag falsch. Denn dass schlussendlich gerade sie einen Trick anwendet, um dem Theater seine Existenz doch noch zu sichern, ist eine überraschende Wende des Stücks. Eine Wende, die in der Realität nicht jedem Kulturlokal gegönnt ist. Aber in der Theaterwelt ist eben Fiktion wirklich noch Fiktion.

Bühne | Kultur | Zofingen

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