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Fähnlifrässer

Durchblick durch Blick

Blick front

Es gibt wenige Fragen, auf die der Blick keine Antwort parat hat. Es gibt allerdings auch wenige Antworten im Blick, die konkret etwas mit den Fragen zu tun haben.

26.04.2017 08:38, schwe, 0 Kommentare

Beispiel gefällig? Nehmen wir den Ernährungsratgeber, diesmal zur brisanten Frage «Was taugen Fertiggerichte?». «Leider haben Convenience Produkte, also bearbeitete Nahrungsmittel wie Tiefkühlgemüse oder Gnocchi, einen schlechten Ruf», stellt Beraterin Martina Lanzendörfer einleitend fest. Nun könnte man die Lektüre bereits getrost abbrechen, denn die Tatsache, dass Lanzendörfer den schlechten Ruf der Convenience-Produkte bedauerlich findet, sagt bereits alles. Vor allem aber signalisiert es, dass wir unsere Hoffnung auf eine objektive Sicht der Dinge getrost begraben können. Und tatsächlich: «Ob Convenience Food gesund oder ungesund ist, lässt sich gar nicht so leicht erklären», fährt Lanzendörfer fort, denn zum Convenience-Food zählt ja schliesslich auch das vielgerühmte TK-Gemüse, das angeblich «oft noch mehr Nährstoffe als vermeintlich frisches Gemüse enthält.» Zudem weisen Convenience-Produkte eine «hohe Lebensmittelsicherheit aus, können lange aufbewahrt und gut portioniert werden», schwärmt Lanzendörfer. Trotz aller Vorteile, an denen sie offenbar nicht zweifelt (das idiotische, kaum je zutreffende Argument der Zeitersparnis durch Convenience-Food darf natürlich auch nicht fehlen), gibt es unverständlicherweise «viele Kritiker, die bearbeiteten Speisen einen eintönigen Geschmack und eine qualitativ schlechte Zubereitung nachsagen. So soll Convenience Food oft unnötig viel Zucker und Fett enthalten, dafür weniger Nährstoffe.»
Aha. Convenience-Food soll angeblich viel Zucker und Fett enthalten. Sagen Kritiker. Aber zu denen gehört Lanzendörfer nicht. Sie bemüht sich promt um die Rehabilitierung der Convenience-Produkte: «Auch sind viele Fertiggerichte längst nicht mehr so fettreich und qualitativ schlecht wie ihr Ruf.»

Wir fassen zusammen: Convenience Food ist laut Martina Lanzendörfer wahnsinnig praktisch, zeitsparend, sicher und wahrscheinlich gar nicht so ungesund, wie man anhand des mittelprächtigen Rufes meinen könnte. Wie ungesund er tatsächlich ist, kann sie nicht sagen. Dazu müsste sie sich nämlich  die Mühe machen, eine grössere Auswahl ebendieser Produkte zu analysieren. Und die Argumente der «vielen Kritiker» auf ihren Wahrheitsgehalt hin prüfen. Aber das strengt an! Darum zeigt sich Lanzendörfer grosszügig und reicht die Arbeit, die sie eigentlich hätte selber erledigen sollen, an uns Leser weiter: «Werfen Sie einen Blick auf die Nährwerttabelle und setzen Sie sich mit dem Kalorien-, Fett und Zuckergehalt der Produkte auseinander.»

Danke für den Tipp, Frau Lanzendörfer!

P.S. Und morgen fragen wir uns: «Wie dick macht eine Flasche Whisky?»

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