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Wer tut sich so etwas freiwillig an?

Der Drang nach Drill und Dreck

Obstacle Run

Der taffste Obstacle Run «Tough Guy Race» in England in der Nähe von Birmingham ist nur etwas für Hartgesottene. Fotos: Keystone

Hindernisläufe boomen. Auch in der Schweiz stellen sich immer mehr Freiwillige den Torturen von Obstacle Runs. Warum robben Menschen zum Spass im Matsch?

08.01.2017 10:41, schwe, 0 Kommentare

«Leute kippen um, brechen ihre Beine, verdrehen ihre Knöchel. Ein Drittel fällt raus und diejenigen, die durchkommen, wollen nie wieder kommen», sagt ein Mann mit dunkellockigem Haar in die Kamera. Er ist als Jon Snow verkleidet, der Frauenschwarm aus der Fantasy-Serie «Game of Thrones». «Es bricht dich und macht dich hart zugleich. Es demütigt dich und macht dich dankbar zu leben. Es ist furchterregend, aber Angst ist ein guter Lehrer», sagt ein sichtlich angeschlagener Typ mit Vollbart und Farbe im Gesicht.

Klingt alles gar nicht spassig und doch sprechen diese Männer von einem freiwilligen Zeitvertreib. Sie sprechen vom «Tough Guy Race», einem Hindernislauf, auch «Obstacle Run» genannt. Auf 15 Kilometern kämpfen sich Teilnehmer durch Feuer, Morast und Wasser. Preise gibt es nicht wirklich, eher Ruhm und Ehre. Das Rennen im britischen Wolverhampton in der Nähe von Birmingham gilt als taffster Hindernislauf der Welt. Für viele Veranstalter gilt das Original, das seit 1987 Menschen Ende Januar an ihre äusserste Belastbarkeit treibt, als Vorbild. Denn nicht nur in England wollen immer mehr Leute sich dieser Strapaze stellen. Extrem-Hindernisläufe gibt es auf der ganzen Welt und es werden immer mehr. Neben dem «Tough Guy Race» sind beispielsweise die Läufe «Tough Mudder» und «StrongmanRun» bekannt – und vor allem gefragt.

Dabei geht es weniger um die Bestzeit, sondern darum, das Ziel der 15 bis 18 Kilometer langen Strecke zu erreichen. Durchzuhalten, sich nicht zu verletzen. Nachdem die Teilnehmer durch schlammige Gräben gewatet, in eisigem Wasser geschwommen, unter Stacheldraht im Matsch durchgerobbt sind und fast keinen Atem mehr haben, bringen sie knapp noch Sätze raus wie: «Zweimal wäre ich fast zusammengeklappt.»

Nächsten Samstag können sich auch Schweizer geisseln – und das erst noch im Schnee. Der «Strongman Run» findet zum achten Mal in der Schweiz statt. Im Sommer nehmen jeweils um die 8000 Läufer teil – Tendenz steigend. In der Winter-Edition in Villarssur-Ollon sind es etwa 1800. Initiator Philippe Bessire versichert gleich, dass die Schweizer Ausgabe längst nicht so gefährlich ist wie das britische Martyrium. In England sei Feuer im Spiel, Leute verletzten sich, in der Schweiz stehe die Sicherheit an oberster Stelle. Gerade mal an einen Beinbruch und eine Rückenverletzung kann er sich erinnern. Trotzdem sagt Bessire: «Die Hindernisse müssen hart sein, die Läufer stark. Jeder, der ins Ziel kommt, muss etwas leisten.»

Kompetenz und Kameradschaft 
Steht man als Zuschauer am Streckenrand oder sieht sich Fotos und Videos der Obstacle Runs an, fragt man sich zwangsläufig: Warum tun sich Menschen das freiwillig an? Was bringt es ihnen, sich so zu beweisen?

Im Beweisen liegt wahrscheinlich schon ein Teil der Antwort. In der heutigen Zeit, in der wir meist im Büro am Computer sitzen und mit dem Kopf arbeiten, haben wir umso mehr das Verlangen, unseren Körper zu spüren. Dieser Meinung ist auch Jan Rauch, Sportpsychologe am Institut für Angewandte Psychologie in Zürich. Trotzdem will er den Punkt, dass wir alle praktisch nur noch im Büro sind und eigentlich mehr in die Natur wollen, nicht überpsychologisieren.

Vielmehr gehe es den Leuten um Kompetenz. Sie wollen sich kompetent erleben, ihren Körper physisch einsetzen und sich und anderen beweisen, dass sie solche Herausforderungen meistern können. «Es geht um Selbstwirksamkeit und um das Steigern des Selbstvertrauens», sagt Rauch. Am Ende könne man sagen: Ich habe es geschafft. Ich habe das Hindernis überwunden. Dazu gehöre natürlich, anderen stolz vom Erfolg zu erzählen.

Wichtig sei auch die Kameradschaft. Das macht Sinn. Schliesslich melden sich die meisten als Team an, das bestätigt auch Bessire vom StrongmanRun: «Es treten zwei Drittel im Team an.» Der Parcours ist auch so ausgelegt, dass man einander bei Hindernissen hilft. Es wird nicht verbissen mit Ellenbogeneinsatz gekämpft. «Physische Aktivität in Gruppen boomen generell», sagt Rauch. Er berichtet davon, dass man bereits bei manchen Laufanlässen die Team-Kategorie beschränken muss, weil immer mehr gemeinsam antreten wollen.

Ein weiterer Motivationsgrund sei natürlich der Spass. Auch Bessire spricht von einem hohen «Fun-Faktor». Von vielen wird der neue Sporttrend als «Spielplatz für Erwachsene beschrieben.» «Mami hat doch immer gesagt: ‹Nicht mit den Kleidern in den Dreck!» Jetzt kann man das endlich tun», sagt Bisser und lacht.

Den Fun sieht man den Leuten auch an, denn viele treten verkleidet als Superhelden an oder tragen Perücken und Hüte. Rauch geht davon aus, dass sie damit den Spasscharakter des Events hervorstreichen wollen. Eine Verkleidung ist eine zusätzliche Herausforderung bei einem Parcourslauf. Aber es ist auch ein Schutz, wenn man kostümiert antritt – womöglich in einem opulenten Federkleid –, so kann man den Spass in den Vordergrund stellen, sollte man es nicht zu Ende schaffen.

Bessire schwärmt gerade von dieser Vielfältigkeit bei den Teinehmern. Der professionelle Orientierungsläufer neben dem Hobby-Läufer. Für Bessire sind die Letzten die Mutigsten. «Bei den 8000 Läufern im Sommer sind die ersten 100 richtige Läufer. Der Schnellste davon kommt vielleicht in eineinhalb Stunden ins Ziel, der Letzte trottet nach vier Stunden an. Das sind für mich die wahren, emotionalen Helden.»

Jeder kann mitmachen 
Und genau die fühlen sich offensichtlich auch angesprochen. Diese Hindernisläufe haben keinen Leistungssportcharakter. Im Normalfall trainiert man nicht Monate dafür. So ist auch die Mitmachschwelle niedriger. Mitmachen kann daher eigentlich jeder.

Für viele seien normale Läufe auf der Strasse zu langweilig, bei solchen Hindernisläufen gebe es stets einen Rhythmus-Wechsel. Laufen, anhalten, Hindernis überqueren, helfen. Weil es vielseitiger sei, fühlten sich auch mehr Menschen angesprochen. Insbesondere Jüngere. Beim StrongmanRun sind die meisten zwischen 25 und 35 Jahre alt. Ab 18 Jahre darf man mitschwitzen. Der Frauenanteil liegt etwa bei 30 Prozent. Stolz gibt Bessire an, dass in der Schweiz weltweit am meisten Frauen teilnehmen.

«Obstacle Runs» sind wohl auch deshalb so beliebt, weil derzeit alle Laufveranstaltungen boomen. Die Laufanlässe in der Schweiz vermelden jedes Jahr Rekorde. Beim Zürich Marathon etwa haben 2009 5000 Läufer mitgemacht, 2016 waren es über 9000. In Villars-sur-Ollon schwärmt Bisser von der Schneerutsche. Zwar kein schweres Hindernis, aber spassig. Das Hindernis «Mikado» sei schon heftiger. Man klettert zwischen Baumstämmen durch. Hat es Schnee, ist es eisig. Das sei dann wirklich herausfordernd.

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