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Kostet nix - nützt viel!

Das grösste Fitnesscenter der Schweiz

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Ist der vitaparcours, den die Zurich Versicherung im Jahr 1968 ins Leben gerufen hat, im Zeitalter von Hiking, Biking, Jogging und Walking überhaupt noch zeitgemäss? Er ist sogar mehr als das! Der vitaparcours ist eine richtige Lebensschule.

26.03.2013 10:45, schwe, 0 Kommentare

Ziemlich genau 500 vitaparcours gibt es in der Schweiz, 1119 Kilometer Weg mit fast 30 Höhenkilometern sind das, was 1399 Leistungskilometern entspricht. Die vitaparcours werden in «leicht», «mittel» und «schwer» eingeteilt, wobei Länge und Höhenmeter das Unterscheidungskriterium bilden, die Übungen sind nämlich auf allen Parcours dieselben. Der Zufall wollte es, dass die drei vitaparcours, auf denen wir uns abgemüht haben, je einer Schwierigkeitsstufe entsprachen: die schwerste Strecke liegt in Zofingen (3.7 Leistungskilometer), gefolgt von Vordemwald/Strengelbach (3.3 Lkm) und Kölliken (2.3 LKm).

Der Kreis schliesst sich immer 
Ob man sich in Boncourt, Chiasso oder Samnaun befindet, der vitaparcours funktioniert stets identisch. 15 Posten werden der Reihe nach absolviert, bis man sich wieder da befindet, wo man gestartet ist. Das ist praktisch, besonders wenn man sich in fremden Gefilden aufhält. Die Beschilderung ist in Ordnung, lässt aber glücklicherweise doch so viel Interpretationsspielraum offen, dass es möglich bleibt, sich zu verirren (wie der Autor bestätigen kann). Das fördert das Vertrauen ins Bauchgefühl! Besonders raffiniert am Riesen-Fitnesscenter vitaparcours ist die wirklich authentische Natursimulation auf allen Strecken. Es schneit, regnet, stürmt oder ist drückend heiss, je nach Jahreszeit, und es gibt nirgends eine Rezeption, wo sich der Mensch darüber beklagen kann. Also bleibt dem Menschen nur, sich anzupassen, und das ist eine Charakter-Eigenschaft, die heute bedrohter ist als der Blauflossenthunfisch. Als Lohn für die Anpassung gibt’s dafür Sauerstoff à discretion, den die Bäume produzieren, ohne dazu gezwungen zu werden. Ein fairer Trade!

An die Geräte 
Beweglichkeit, Geschicklichkeit, Ausdauer und Kraft kann man an den 15 Posten trainieren, muss man aber nicht. Statt Liegestützen auf den Holzbänken zu machen, darf man sich natürlich auch darauf setzen und ein Buch lesen und auf der Reckstange dürfte man gewiss auch versuchen zu balancieren, statt Klimmzüge zu machen. Attraktiv sind besonders die Schaukelringe und der Barren. Eine weitere gute Nachricht: an diesen Geräten kann man sich verletzen, wenn man sie zweckentfremdet nutzt (wie der Autor bestätigen kann). Das dient der realistischen Selbsteinschätzung! Der Sicherheits- und Unfall-Präventionswahn, wie er auf Kinderspielplätzen zelebriert wird, ist gottseidank noch nicht im Wald angekommen! Apropos Kinder: Absolvieren Sie unbedingt einen vitaparcours mit Ehepartner und Kinderwagen bei Schnee und Eis. Die Überwindung der Treppen wird Sie zu innerfamiliärer Solidarität zwingen, und das hat noch keinem geschadet!

Fauna ist auch da 
Weil sich der vitaparcours im Wald und der Wald in der Natur befindet, darf man sich nicht wundern, wenn man Tieren begegnet. Die meisten hört man zwar nur aus den Baumkronen pfeifen, aber hin und wieder sieht man auf den Wegen auch grössere Tiere, von denen einige gar Menschen hinter sich herziehen. Doch auch wenn kein Fitnesscenter der Welt so viel frische Luft, so unterschiedliche Stimmungen und so viel Abwechslung bieten kann wie ein vitaparcours, so stehen vor den Fitnesscentern trotzdem mehr Autos als auf den Parkplätzen an den Waldrändern, wo die parcours üblicherweise beginnen. Der Grund dafür dürfte Ihnen mittlerweile klar geworden sein: Die Benützung des vitaparcours kostet nichts!

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