AgendaKarte
Inhalt
Sortierung
Heitere regiolive.tv radioinside.ch ZT-news
AgendaKarte

Cro: Neues Album - neues Glück

«Setze ich die Maske auf, geht der Zirkus los»

Cro

 | Bild: Facebook

Der deutsche Rapper Cro über Fremdsein, den Verlust von Normalität und seine verbesserten Texte.

06.09.2017 11:03, Adrian Schräder/AZ, 0 Kommentare

Ein Gespräch mit Cro, dem deutschen Rapstar mit der Panda-Maske, ist eine unterhaltsame Angelegenheit. Man hat das Gefühl, mit jemandem zu reden, der mit nichts hinter dem Berg hält und sich bis heute seine jugendliche Begeisterung bewahrt hat. Vieles ist «meeega», «hammer» und «obernice» – und man nimmt es ihm ab. Ausserdem hat er amüsante Geschichten zum Besten zu geben, etwa wie er Weltstar Wyclef Jean zu einem «Toilettenquickie» in Nizza traf. Auf seinem neuen Album «tru.» geht der 27-jährige Stuttgarter, der 2011 mit dem Hit «Easy» im Nu Bekanntheit erlangte, mit ungewohnter Ernsthaftigkeit und Musikalität zu Werke.

Cro, haben Sie einen Bezug zur Kirche?

Cro: Zur Kirche? Wieso meinen Sie?

Auf Ihrem neuen Album «tru.» hört man immer wieder Gospel-Chöre. Viele Stücke haben etwas Hymnisches an sich.

(Lacht) Da haben Sie recht. Es klingt ein bisschen, als würde man eine Hip-Hop-Schulstunde in der Kirche abhalten.

Aber haben Sie einen Bezug zur Kirche?

Nö. Klar, als Kind war man öfter mal in der Kirche. In letzter Zeit wurde das aber vernachlässigt. Ich bin auch nicht wirklich ein gläubiger Christ. Ich hab’ da meine eigenen Götter, und die haben nichts mit brennenden Büschen, Schäfchen und Hirten zu tun.

Bis jetzt war Cro bekannt für die sehr direkte Vermischung von Rap und Pop. Das neue Album klingt viel vielschichtiger und musikalischer. Wie kommt’s?

Ich bin ein Jahr lang durch meine eigene Musikschule gegangen. Ich hab ganz viele Instrumente gekauft und mir alles beigebracht. Jetzt kann ich behaupten, dass fast jeder Ton auf dem Album von mir kommt. Da bin ich sehr stolz drauf.

Was war der Auslöser für den Schritt hin zu mehr Musikalität und Tiefe?

Ich hatte die Schnauze voll von Klavier und Synthies aus dem Computer. Deswegen hab ich mir für 30 000 Euro einen schönen Flügel und mehrere Klaviere gekauft. Ausserdem habe ich mir in meinem Haus ein Studio gebaut, richtig mit Aufnahmekabine und guten Mikrofonen.

Auch Wyclef Jean von The Fugees ist auf dem Album zu hören. Kam der auch bei Ihnen in Stuttgart vorbei?

Nee, leider nicht. Wir haben uns in Nizza getroffen und sind dort schnell zusammen ins Studio. Das war eher so wie ein Toilettenquickie, schnell und dreckig. Und teurer Whiskey aus Plastikbechern. Aber ich darf ihn jetzt «Uncle Wyc» nennen.

Gab es Panikmomente, Momente des Selbstzweifels?

Klar, so was gibt’s immer. Man kommt immer wieder an einen Punkt, an dem man alles beschissen findet. Momente, in denen man sich denkt: Wieso mach ich überhaupt noch weiter? Immer wenn ich nicht mehr weiter wusste, hab ich die Homies eingeladen, und wir haben ein bisschen getrunken. Und zack waren wieder Ideen da.

Haben Sie je für längere Zeit den Draht zu Ihrer Kreativität verloren?

Nee, noch nie. Ich bin immer irgendwas am Machen. Wenn’s keine Texte oder Beats sind, dann Bilder oder Skulpturen oder ich bemale irgendwelche nackten Mädels. Vorgestern hab ich angefangen, mit schwarzem Papier und einer Schere so Collagen zu schnipseln. Das sieht überheftig aus!

Auf dem Song «Alien» thematisieren Sie das Gefühl, sich in fremd zu fühlen in der Welt. Wann verspüren Sie dieses Gefühl?

Das ist eigentlich allgegenwärtig. Immer wenn ich die Maske aufhabe, geht um mich herum ein Riesenzirkus los. Alle wollen was von mir, alle wollen Fotos machen. Mit Maske bin ich kein Mensch.

Sie könnten die Maske ja auch einfach abnehmen.

Das würde nur dazu führen, dass ich auch den Rest Normalität verliere. Aber dieses Fremdsein kannte ich auch vor dem ganzen Rummel schon. Ich war immer schon anders als der Rest. Ich hab’ zum Beispiel nie gewusst, welcher Wochentag gerade ist. Ich bin mehrfach an einem Feiertag in die Schule gefahren.

Sie waren so richtig verpeilt?

Mir war das irgendwie immer alles egal. Ich hing meinen Tagträumen nach und bin durch alles durchgeflowt.

Auf der Single «Unendlichkeit» geht es um Ihr Vermächtnis. Wie wichtig ist Ihnen das?

Hm, gute Frage. Ich glaube, man macht doch alles immer im Hinblick darauf, dass es bleibt. Meine Musik wird mich halt überleben. Das ist mir erst vor kurzem bewusst geworden. Ich hab immer alles schnellschnell gemacht, so voll im Zeitgeist. Seit einer Weile nehme ich mir mehr Zeit. Ich mische alles ordentlich ab und verbessere den Text. Bei diesem Album könnte ich jeden Satz unterstreichen. Ich bin sicher, dass man jeden Satz in hundert Jahren noch feiern wird.

Geht’s nicht auch einfach darum, die eigenen Eltern zu beeindrucken?

Ich hab da eigentlich bei jedem Lied immer eine andere Person im Kopf, die ich beeindrucken möchte. Der ich’s unbedingt zeigen will. Von der ich gerne hören will, wie überkrass der Track ist. Immer nur eine Person.

Ein anderer Rapper? Familienangehörige?

Nö. Meistens ist das ein Mädchen. Manche bezeichnen ihre Girls ja als Muse. Das hat schon was. Wenn ich ein Mädchen am Start hab und mit der in Love bin, dann schreib ich der was.

Und wie kommt es dann, dass Sie auf dem Album mit der Spracherkennungssoftware Siri flirten?

Das war purer Zufall. Ich habe bei mir im Studio neue Mikrofone getestet. Während ich gerappt habe, hat sich Siri eingeschaltet und mir geantwortet. Da hab ich gewusst: Das muss ich verwenden.

«Ich weiss, dass man nur überlebt, wenn man den Rückweg nicht vergisst» rappen Sie auf einem der neuen Stücke. Was heisst das übertragen auf Ihre Rap-Karriere?

Man darf nicht vergessen, wo man herkommt. Man darf nicht abheben. Dann ist man verloren in der Welt. Ich kenne das. Nach der Trennung von meiner Freundin wusste ich nicht mehr, wo ich hinmuss. Sie war mein Anker, meine Homebase. Und dann war sie plötzlich weg.

Sie haben nun eineinhalb Jahre intensiv an dem Album gearbeitet. Vor wenigen Wochen ist es fertig geworden. Befinden Sie sich nun im Rauschzustand?

Nein, aber vielleicht kommt das noch. Auf jeden Fall bin ich mir sicher, dass ich ein krasses Album gemacht hab. Und ich hoffe, das wird von den Menschen auch anerkannt. Ich hab leider die Befürchtung, dass es die Hälfte der Menschen gar nicht mitkriegen wird. Auf dem Album ist halt kein zweites «Easy».

Kultur | Kunst | Musik

Kommentar schreiben

Dein Eintrag wird überprüft und so schnell wie möglich online gestellt.


Zu diesem Artikel gibt es bisher keine Kommentare


Die Highland-Games finden dieses Jahr in Wolfwil statt. Nebst den Spielen werden weitere mittelalterliche Aktivitäten geboten Schottische Spiele zu Mittelalterzeiten Tanzen, gute Musik und coole Drinks Die Beachbar lädt zur Openair Salsa Night Am Freitag 20. Juli und Freitag 10. August verwandelt sich die Beachbar wieder in eine total karibische Atmosphäre. Die traditionellen Salsa Nights warten auf die Gäste. Dann heisst es wieder, ab auf die Tanzfläche und feiern. Den Besuchern wurde am 22. New Orleans meets in Zofingen (NOMZ) gehörig eingeheizt. Und das lag nicht nur am Wetter. Die Musik fegte durch die Altstadt Zofingen liegt im US Bundesstaat Louisiana. Zumindest könnte man das meinen, wenn das NOMZ stattfindet. Das musikalische Feeling New Orleans' schwebt seit über zwei Jahrzehnten einmal im Jahr durch die Gassen und begeistert die Massen. Am 5. Juli heisst es in Zofingen wieder «Zapfenstreich» – da wird in den Altstadtgassen gefeiert. Das Kinderfest steht vor der Tür Der Zapfenstreich ist der Auftakt zum Kinderfest vom Freitag, 6. Juli. An diesem Tag gehört Zofingen den Kindern. Sie dürfen sich auf Corina Friderich von der Buchhandlung Mattmann als Kinderfestrednerin freuen, aber auch auf den Umzug und das Gefecht, die Vorführungen und Spiele sowie die traditionellen Wurstweggen. Magic Night am Mittwoch, 8. August, 17 Uhr, Heiternplatz Zofingen «Niemand lebt nur auf der Sonnenseite» Mit über 50 Millionen verkauften Platten und Hits wie «I’m Outta Love» oder «Paid My Dues» hat sich Anastacia ihren Platz im Pop-Olymp längst erobert. Nun beehrt sie erstmals auch den Zofinger Hausberg. Hirzenberg Festival Zofingen Nicht Mainstream. Einzigartig. Was braucht es, um einen von Musik geprägten Event auf höchstem Niveau in einer Kleinstadt wie Zofingen zu etablieren? Antworten von Yolanda Senn Ammann, der Präsidentin des Vereins Hirzenberg Festival, und dem künstlerischen Leiter, Dieter Ammann. Schötz Am Festumzug des Zentralschweizerischen Jodlerfestes nahmen 55 Gruppierungen teil. Brauchtum und Tradition verbindet Unter dem Motto «Zyt för Frönde!» wurde die 62. Ausgabe des Zentralschweizerischen Jodlerfestes drei Tage lang ausgetragen. Den Abschluss fand der Anlass mit dem grossen Festumzug «Bruuchtom ond Tradition verbendet», der viel Abwechslung bot. «Wir haben einen guten Mix» Das Städtlifäscht verspricht gute Unterhaltung Am Samstag lockt ein abwechslungsreiches Programm die Leute ins Städtli. Auf drei Bühnen spielen verschiedene Formationen. 20 Bars und Stände sorgen für das leibliche Wohl. Ein Highlight: Kunz singt mit Kindern und Jugendchören. Abschiedskonzert der Jodler vom Heitere Ein letztes Mal «luege und lose» Die «Jodler vom Heitere» gaben ihr Abschiedskonzert und trösteten das Publikum mit bleibenden Erinnerungen. 23. Villa-Dörfli Cruising Night Seit 1995 ein Dauerbrenner mit Magnetwirkung Die 23. Villa-Dörfli-Cruising-Night-Party hat auch nach über zwei Jahrzehnten nichts vom Glanz und von ihrer Anziehungskraft verloren.
Neue Artikel werden geladen
zurück