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«Jukebox»

Bitte auf dem Boden bleiben

 | Bild: Wikipedia Commons

Von macht- und geldgeilen Bands - und ihren Gegenteilen.

13.04.2017 23:28, guez, 0 Kommentare

Dass Superstars in ihren Konzertverträgen schon mal etwas überborden, ist nichts Neues. Da müssen die bereitgestellten Smarties nach Farbe sortiert sein, der gesamte Backstagebereich eines Open Airs rauchfrei gehalten werden und die bestellten zehn Paar weisse Socken sollten dann bitte in der Garderobe auch nicht fehlen. Natürlich darf in ebenjener Garderobe nur eine bestimme Blumenart in der Vase stehen und das Wasser dazu muss bitteschön genau 12 Grad Celsius betragen. Ich übertreibe? Keinesfalls! Auf der äusserst interessanten US-amerikanischen Website thesmokinggun.com sind diverse Künstlerverträge aufgeschaltet, die den alltäglichen Wahnsinn eines Konzertveranstalters aufzeigen.

Dazu kommen Gagenforderungen, die jenseits von Gut und Böse sind, schliesslich verkauft der ach so arme Künstler aufgrund der Streamingdienste keine Alben mehr und muss sich mit Konzerten und Merchandising über Wasser halten. Nichts gegen eine gesunde Bezahlung, aber den Bands Hundertausende Franken respektive Euro oder US-Dollar in den Allerwertesten zu schieben, macht keinen Sinn. Dies sind Dimensionen, die im Musikbusiness eigentlich nichts zu suchen haben sollten.

Umso trauriger, dass dieses Geld- und Machtspiel, welches die «Grossen» betreiben, nun auch von gewissen «Kleinen» übernommen wird. Unvergesslich ist mir eine – national völlig unbekannte – bündnerische Punk(!)-Band, die mit ihrer Forderung von 1500 Franken bei einem Veranstalter in der Region doch herzhaftes Schenkelklopfen hervorgerufen hat. Man beachte: dieser Betrag war reine Gage, dazu wollte der Fünfer auch noch die Fahrspesen, die Übernachtung («Einzelzimmer!») sowie Verpflegung, was mit allen anderen Auslagen (Urheberrechte, Mieten, Getränkeeinstand, Werbung) für den Veranstalter summa summarum rund 2500 Franken ausmacht. Und dies für eine Band, der man ja eigentlich nur einen Auftritt ausserhalb ihres Stammkantons ermöglichen wollte. Als Support.

Auch wenn viele Kulturbetriebe von der öffentlichen Hand subventioniert werden: Ende der Saison muss die Buchhaltung stimmen. Und dies kann sie nicht, wenn diverse Bands nicht vom hohen Ross heruntersteigen. Zumeist sie sich dann auch noch überschätzen, was ihre Popularität angeht und in der Garderobe ein Tränchen verdrücken, weil nur wenige Musikfans sie sehen wollen.

Da lob ich mir doch eine andere Punk-Band, die kürzlich vor eher leeren Rängen aufspielte. «Das kann für euch ja nicht aufgehen», sagte sie zum Veranstalter – und verzichtete von sich aus kurzerhand auf einen Viertel der Gage!

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